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Beiträge im Museum sollen auch im Web sichtbar sein © Screenshot hdgoe.at
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Haus der Geschichte startet Webausstellungen: "Alles ist interaktiv"

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24.10.2018
  • Wien (APA) - Am 5. November startet das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) mit dem Launch der neuen Website auch mit zahlreichen Web-Ausstellungen, die einerseits als Erweiterung der physischen Ausstellung in der Neuen Burg zu verstehen sind, andererseits als partizipative Plattformen, die wiederum in die Schau Eingang finden. Verantwortlich für die Umsetzung ist der Web-Kurator Stefan Benedik.

  • Drei Video- und Bildausstellungen zu den Themen "Häuslbauen in den 1960ern und 70ern", "Die ersten Energieferien" und "Der Fall des Eisernen Vorhangs" sind Teil davon: Auf der Web-Plattform können Besucher sich nicht nur durch bereits eingereichte Videos klicken, sondern auch selbst welche hochladen, die nach der Prüfung durch das Kuratorenteam nicht nur auf der Website, sondern auch in Projektionen in der Ausstellung zu sehen sein werden.

  • "Gehen einen ganz neuen Weg"

  • "Es gibt ja viele partizipative Aktionen in Museen, aber wir gehen einen ganz neuen Weg", schildert Benedik im APA-Gespräch. "Es geht uns in dem Fall nicht ums Sammeln von Dingen, die Menschen uns bringen, sondern wir stellen ihnen direkt Ausstellungsfläche zur Verfügung. In Zusammenhang mit den drei Themen fragen wir die Menschen, welche Erinnerungen sie an diese Zeiten und Ereignisse haben und teilen wollen."

  • "Wir sind das erste Museum, das so einen experimentellen Ansatz verfolgt. Wichtig ist, dass es kein Marketing-Trick sein darf, sondern wir müssen uns wirklichen Diskussionen stellen. Geschichte ist ein Prozess, an dem wir alle gemeinsam schreiben", so der Web-Kurator, der in der Ausstellung auch für die 60 Meter lange begehbare Zeitleiste verantwortlich zeichnet.

  • "Die Idee dahinter ist, dass alle Beiträge, die im Museum sichtbar sind, auch im Web zu sehen sind. Als Museum haben wir einerseits den Ort der Hofburg am Heldenplatz, aber wir haben auch einen anderen Ort: jedes beliebige Tablet oder Computer weltweit. Als modernes Museum wollen wir auch jenen Leuten ein Angebot machen, die nicht in die Ausstellung kommen können." Allerdings entscheidet man sich im Internet für eine andere Art der Präsentation. "Durch Webausstellungen können wir beispielsweise Networks of Memory sichtbar gemacht werden, also zeigen, wie unterschiedliche Erinnerungen zusammenhängen", so Benedik. Dafür wurden eigene Algorithmen entwickelt, die je nach Nutzer-Interaktion verschiedene Angebote zeigen.

  • "Je nachdem, wo man weiterklickt, entsteht eine Matrix, wo jedes nebeneinanderstehende Video mit dem anderen etwas zu tun hat", erläutert Benedik. Man kann sich in einzelne Themen vertiefen und auch schauen, was die Urheber der Filme dazu geschrieben haben. Man sieht auch, wo und wann es aufgenommen wurde. "Das alles funktioniert sehr niederschwellig und soll für möglichst viele Menschen interessant, aber auch unterhaltsam sein."

  • Groß angelegtes Lexikon-Projekt

  • Besonders am Herzen liegt Benedik das groß angelegte Lexikon-Projekt, das zahlreiche kurze Artikel zur österreichischen Zeitgeschichte umfassen wird. "Wer in der Ausstellung über Begriffe stolpert - etwa den Glykol-Skandal oder den Juliputsch - kann sich schnell einen Überblick verschaffen und am eigenen Smartphone knappe Infos zum aktuellen Stand der Forschung abrufen. "Knapp, weil die Texte auf einen einzigen Smartphone-Screen passen sollen." Damit will man den Besuchern ersparen, auf andere Quellen zugreifen zu müssen. "Bevor sie auf andere Ressourcen gehen, ist es unsere Aufgabe, ihnen verlässliche Informationen zu bieten. Wir sind ja auch ein Schnittpunkt zwischen Wissenschaft, Museumslandschaft und Bevölkerung."

  • Weiters wird es eine interaktive Landkarte zum Thema "Europa der Diktaturen" geben, man versucht, alle Diktaturen der Zwischenkriegszeit in ihren unterschiedlichen Entwicklungen zu zeigen. "Nicht alles ist interventionistisch, aber alles ist interaktiv." Dem hdgö geht es darum, "zu zeigen, wie attraktiv das Web als Spielfeld für Museen ist". Die Website sei kein Marketingtool, sondern biete Historikern die Möglichkeit, mit dem Publikum in Dialog zu treten.

  • Neben den Web-Ausstellungen wird die Website trotzdem auch einen klassischen Teil aufweisen, der Informationen zu aktuellen Veranstaltungen oder Öffnungszeiten bietet.

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