Dossier

Im Hightech-Forschungslabor von MIDES © MIDES
3
Dossier

MIDES: Reparieren statt Austauschen

Dossier

13.08.2013
  • Wien (APA-Science) - Eine geradezu klassische Karriere eines Hidden Champions hat das 1995 gegründete steirische Medizintechnik-Unternehmen MIDES hingelegt. Lag der Schwerpunkt zunächst auf dem Vertrieb und Handel von neuen und gebrauchten Ultraschallgeräten, fand man 2006 mit der Spezialisierung auf die Reparatur von Ultraschallsonden die passende Marktnische, um sich als europäischer Marktführer zu etablieren.

  • Laut Gründer und Geschäftsführer Norbert Minarik gab es noch vor einigen Jahren keine andere Möglichkeit, als defekte Sonden durch neue zu ersetzen. Dank der Einrichtung eines eigenen Hightech-Forschungslabors in Graz habe man sich „als ‘der’ Spezialist für die Reparatur von Ultraschallsonden, von Standard- und TEE (Transösophageal-Echokardiographie)-Sonden” positionieren können.

  • Herstellerunabhängig beschäftigen sich die Experten von MIDES mit der Erkennung und Behebung von elektronischen, mechanischen und sonstigen Defekten bei Ultraschallsonden, wie etwa Schichtablösungen, Kabelschäden oder Kurzschlüssen. „Heute können etwa 85 bis 90 Prozent aller beschädigten Sonden repariert und wieder aufbereitet werden”, so Minarik.

  • F&E als Expansionstreiber

  • Forschung und Entwicklung haben einen entscheidenden Anteil am Expansionskurs des Unternehmens, mittlerweile wurden fünf weitere Niederlassungen in Europa gegründet. Vier Mitarbeiter sind im Bereich F&E laufend damit beschäftigt, neue Lösungen im Bereich der Sonden-Reparatur zu entwickeln. Das Forschungsbudget beträgt rund 2,5 Prozent des Gesamtumsatzes. Forschungskooperationen laufen mit der Uniklinik Olomouc (Tschechische Republik) sowie mit der Technischen Universität (TU) Graz.

  • Derzeit nehmen laut Angaben des Unternehmens 50 Krankenhäuser, Kliniken und niedergelassene Ärzte die Dienste von MIDES in Anspruch. Wichtigstes Argument ist der Kostenfaktor: So betrage der Neuanschaffungswert von qualitativ hochwertigen Sonden pro Stück durchschnittlich 4.500 Euro, eine Reparatur hingegen lediglich 1.500 Euro. Die Sonden-Reparatur sei somit mit einer Kostenersparnis von bis zu 60 Prozent gegenüber einem Neukauf verbunden, was wiederum österreichweit ein Einsparungspotenzial von etwa drei Millionen Euro bedeute.

  • Im Jahr 2012 habe dies in Summe eine tatsächliche Einsparung von ca. 600.000 Euro ergeben. Diese finanzielle Entlastung komme nicht nur der betreffenden Institution, sondern auch dem österreichischen Gesundheitswesen als Ganzes zu Gute.

STICHWÖRTER
Dossier  | Innovationen  | Forschung  | Wirtschaft  |

Dossier

Man nennt sie Leitbetriebe, „Hidden Champions” - neuerdings auch „Frontrunner” - und je nach Definition und Untersuchungsdesign gibt es davon in Österreich knapp ...

Gastkommentare

"Patente Betriebe"
von Friedrich Rödler
Präsident des Österreichischen Patentamtes
"Ein bemerkenswerter Aufholprozess"
von Andreas Reinstaller
WIFO
"Vorsprung durch Forschung"
von Henrietta Egerth und Klaus Pseiner
FFG-Geschäftsführer

Hintergrundmeldungen

Von der Idee zur Marktführerschaft © APA/Wasserfaller

Geschichten aus dem Know-how-Land

Lampen, Flaschenverschlüsse, Möbelbeschläge, Wetterprognosen eine Liste von ...
Die Frage, was der Kunde will, sollte ganz am Anfang stehen © APA (dpa/IAF/Fraunhofer-Institut)

Hidden Champions von morgen brauchen "Kundenbrille"

In der Riege der heimischen "Hidden Champions" finden sich zwar viele ...
Thomas Haller © Simon-Kucher & Partners

"Hidden Champions sind Hochleistungsorganisationen"

Thomas Haller, Partner und Österreich-Chef bei Simon-Kucher & Partners, über ...

Das Förderprogramm "Frontrunner"

Im April dieses Jahres hat das Infrastrukturministerium (BMVIT) ein neues Förderprogramm präsentiert, mit dem man österreichische Technologie- und Marktführer ...
Für die Blumotion-Technologie erhielt die Firma den European Inventor Award in der Kategorie "Industrie" © Blum

Julius Blum: Vom Hufstollen zum Europäischen Erfinderpreis

Öffnet man irgendwo auf der Welt beispielsweise in einer Küche ein Kästchen, ...
Das Frequentis-Hauptquartier in Wien © FREQUENTIS

Frequentis: Wachstum durch Spezialisierung in Flugsicherung und Sicherheit

Mit einer starken Fokussierung auf Kommunikations- und Informationssysteme in ...
Im Hightech-Forschungslabor von MIDES © MIDES

MIDES: Reparieren statt Austauschen

Eine geradezu klassische Karriere eines Hidden Champions hat das 1995 ...
Mitarbeiter von RUAG Space in Zürich testen das Antriebssystem für den ExoMars Rover © RUAG Space

Ruag Space: Forschen für den Weltraum

Wird von irgendeinem Weltraumbahnhof aus ein europäischer Satellit in das All ...
Mit postleitzahlengenauen Unwetterwarnungen startete das Unternehmen © APA (dpa)

UBIMET: Heimischer Wetterdienstleister expandiert weltweit

Sucht man im Internet nach dem Wetterbericht, dann kommt die Prognose oft von ...
Die Konzernzentrale in Ried im Innkreis © WINTERSTEIGER

Wintersteiger: Maschinenbauer als Dreifach-Weltmarktführer

Sowohl im Bereich der Gesamtlösungen für Verleih und Service von Ski und ...

Mehr zum Thema