Dossier

5
Dossier

Neue Technologien für zuverlässige Fahrzeugkommunikation

Dossier

29.03.2018
  • Wien (AIT) - Ein internationales Wissenschaftlerteam arbeitet an neuen Techniken zur Erforschung der Funksignalausbreitung zwischen Fahrzeugen. Beteiligt sind neben dem Austrian Institute of Technology (AIT), die Technische Universität Wien (TU Wien), die Technische Universität Brünn und die Viterbi School of Engineering der University of Southern California (USC). Die Forschungsarbeiten bilden die Basis für die Realisierung von zuverlässigen Funkverbindungen zur ultraschnellen Datenübertragung und leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Zukunft des autonomen Fahrens von vernetzte Autos, Zügen und Bussen.

  • Die neue, fünfte Mobilfunkgeneration, kurz 5G, verspricht eine wahre technologische Revolution zu werden und ist derzeit weltweit Gegenstand intensiver Forschung und Entwicklung. Durch die Nutzung der neu verfügbaren Frequenzbereiche über 28GHz werden künftige 5G Technologien eine bis zu 100-fach höhere Datenrate (bis 10.000 MBit/s) erlauben als derzeitige Mobilfunkstandards. Das eröffnet völlig neue Anwendungen. So kann die Funktionalität autonomer Fahrzeuge verbessert werden, um so Unfälle zu reduzieren und schädliche Umweltauswirkungen zu vermeiden.

  • Zur Erreichung dieses Ziels hat sich das AIT mit Forschungspartnern der Technischen Universität Wien, der Technischen Universität Brünn und der Viterbi School of Engineering der University of Southern California zusammengeschlossen. Das hochkarätige Konsortium beschäftigt sich in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Funkwellenausbreitung in neuen Frequenzbereichen sowie mit innovativen Messtechnologien und Schätzalgorithmen. Durch ein genaueres Verständnis der Ausbreitungskanäle kann die Kommunikation zwischen Fahrzeugen verbessert werden und ist damit eine wichtige Voraussetzung für autonomes Fahren und einen unfallfreien Straßenverkehr.

  • Thomas Zemen, Senior Scientist und Thematic Coordinator am AIT: "Wir untersuchen die Ausbreitungsmechanismen von Funkwellen im mmWave Bereich für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen in realen Stadtszenarien. Basierend auf diesen empirischen Daten lassen sich wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung von Kommunikationssystemen im mmWave Bereich gewinnen."

  • Christoph Mecklenbräuker, Professor an der TU Wien, betont die Notwendigkeit zuverlässiger Funkverbindungen zwischen den Fahrzeugen, um den Verkehr sicherer, umweltfreundlicher und effizienter zu gestalten: "Unsere Herausforderung besteht darin, eine zuverlässige Paketübertragung für hoch mobile User sicherzustellen, solange das Paket noch aktuell ist."

  • Andreas Molisch, Professor an der USC Viterbi School of Engineering, betont die Wichtigkeit der Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendung: "Erst wenn wir die Grundlagen der Wellenausbreitung zwischen Fahrzeugen besser verstehen, können wir zuverlässige Systeme für revolutionäre Anwendungen entwickeln, die in Zukunft Leben retten und die Lebensqualität vieler Menschen verbessern werden."

  • Ales Prokes, Professor an der TU Brünn: "Unser Ziel ist die Schaffung von vielseitigen, zuverlässigen und präzisen Tools zur Beschreibung der Funkwellenausbreitung im mmWave-Bereich in einem zeitlich variablen Umfeld und unter rauen Umgebungsbedingungen. Damit lassen sich nächste Mobilfunkgenerationen für die Fahrzeugkommunikation noch einfacher, schneller und kostengünstiger entwickeln."

  • Die internationale Forschungskooperation bündelt die Ressourcen aller beteiligten Institutionen für die Durchführung empirischer Experimente und die Datenauswertung. Die dadurch entstehende kritische Masse bietet die besten Voraussetzungen für bahnbrechende Ergebnisse.

  • Über die TU Brünn

  • Die Forschungsgruppe am Department für Radioelektronik der Technischen Universität Brünn unter der Leitung von Prof. Ales Prokes beschäftigt sich mit dem physischen Layer der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Lokalisierung. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der Messung, Analyse und Modellierung von Ausbreitungskanälen für UWB und mmWave.

  • Über die TU Wien

  • Prof. Christoph Mecklenbräuker leitet die Forschungsgruppe für flexible Funksysteme am Institut für Nachrichtentechnik. Die zentralen Forschungsthemen seiner Gruppe umfassen zuverlässige Funkverbindungen zwischen Fahrzeugen, Kanalcharakterisierung und -emulation, Intelligente Wireless Tags und Sensoren sowie Antennenarray-Signalverarbeitung für Lokalisierung und Tracking.

  • Über Professor Andreas Molisch

  • Prof. Andreas F. Molisch ist Inhaber des Golomb-Viterbi Chair an der USC und Leiter der Forschungsgruppe Wireless Devices and Systems. Die Forschungsthemen seines Teams umfassen Funkausbreitungskanäle, Mehrantennensysteme, Lokalisierungssysteme, drahtlose Verteilung von Videodaten und neue Modulationsmethoden.

  • Über die USC Viterbi School of Engineering

  • Im Jahr 1905 starteten die ersten technischen Studien an der University of Southern California. Fast ein Jahrhundert später erhielt die Viterbi School of Engineering 2004 eine Schenkung des früheren Absolventen Andrew J. Viterbi. Der Namensgeber ist der Erfinder des Viterbi-Algorithmus, einem wichtigen Grundstein für die moderne Mobiltelefonie und zahlreiche Datenanwendungen. Eines der Leitprinzipien der Viterbi School of Engineering lautet "Engineering +": Mit diesem vom aktuellen Dekan Yannis C. Yortsos geprägten Begriff bekennt sie sich zum Einsatz der Technik zur Bewältigung der großen globalen Herausforderungen. USC Viterbi zählt zu den weltweit renommiertesten Universitäten und verfügt über mehr als 6.500 Studierende, 185 Lehrende und 73 Stiftungsprofessuren. [http://viterbi.usc.edu/] (http://viterbi.usc.edu/)

  • Über das AIT

  • Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung und ist unter den europäischen Forschungseinrichtungen der Spezialist für die zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft. Im Center for Digital Safety & Security werden moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Systeme entwickelt, um kritische Infrastrukturen im Kontext der umfassenden und globalen Vernetzung und Digitalisierung sicher und zuverlässig zu gestalten

  • Im Forschungsschwerpunkt "Physical Layer Security" entwickeln ExpertInnen am AIT neuartige Kommunikationsverfahren für 5G-Systeme, die ultra-zuverlässige und hoch-performante Kommunikationsverbindungen mit niedrigsten Reaktionszeiten (Latenzen) ermöglichen. Auf diese Weise können beispielweise bisher kabelgebundene Produktionsumgebungen künftig durch drahtlose Systeme ersetzt werden oder autonome Fahrzeuge zuverlässig miteinander kommunizieren.

  • Weitere Informationen: [https://www.ait.ac.at/urllc] (https://www.ait.ac.at/urllc)

  • Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

    Rückfragehinweis:
    Mag. (FH) Michael Mürling
    AIT Austrian Institute of Technology
    Marketing and Communications
    Center for Digital Safety & Security
    T +43 (0)50550-4126 | M +43 (0)664 2351747
    mailto:michael.muerling@ait.ac.at | www.ait.ac.at
    
    Mag. Michael Hlava
    Head of Corporate and Marketing Communications
    AIT Austrian Institute of Technology
    T +43 (0)50550-4014
    mailto:michael.hlava@ait.ac.at | www.ait.ac.at
    Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/2009/aom
  • *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

STICHWÖRTER
Naturwissenschaften  | Wien  | Forschung  | Innovationen  | Wissenschaft  | Technologie  | Dossier  |

Dossier

Die Mobilität der Zukunft ist geprägt von E-Mobilität, autonomen Fahrzeugen und der Urbanisierung. Geht man ins Detail, welche Technologien und Angebote sich durchsetzen und auch ...

Gastkommentare

"Die Zukunft hat viele Namen: Mobility meets Urbanity"
von Martijn Kiers und Karin Kuchler
Studiengang "Energie-
Mobilitäts- und Umweltmanagement" FH Joanneum
"Mobilität als Daseinsvorsorge"
von Christina Hubin
Leiterin Research & Development bei Upstream - next level mobility
"Verkehrspolitik in der Falle"
von Volker Plass
Programmdirektor von Greenpeace in Österreich
"Was kommt da auf uns zu? Selbstfahrende Fahrzeuge in der Stadt"
von Mathias Mitteregger
Projektleiter AVENUE 21
TU Wien
"Selbstfahrende Autos auf dem Weg zum Recht"
von Andreas Eustacchio
Rechtsanwalt

Hintergrundmeldungen

(v.l.n.r.): Florian Klück, Nour Chetouane, Franz Wotawa, Bernhard Peischl und Martin Zimmermann © Lunghammer/TU Graz

CD-Labor an TU Graz: "Pickerl" für Software autonomer Systeme

Komplexe technische Systeme erfordern eine ständige Weiterentwicklung, dazu ...
Nicht nur die Wiener Linien setzen auf einen Ausbau des Schienenverkehrs © APA (dpa)

Zug um Zug weg vom Auto

Der Hund, der beste Freund des Menschen? Sein ständiger Begleiter? Mitnichten. ...
Sensoren und Kameras überprüfen den Zustand der Stromabnehmer © Siemens AG Pressebilder

Gütertransport im Wandel: Emissionsfrei und autonom

Auf der Autobahn mit Strom fahren, auf der Landstraße mit einem Hybridantrieb: ...
Aktuelle Entwicklungen im Bereich Mobilität werden bei der TRA diskutiert © APA (dpa)

Größter Verkehrsforschungs-Kongress Europas im April in Wien

Mit der "Transport Research Arena" (TRA 2018) findet vom 16. bis 19. April ...
Auch "organisatorische Reife" nötig © APA (dpa)

Autonomes Fahren: Diskussion um rechtlichen Rahmen an TU Graz

Mit mehr Fragen als Antworten sind kürzlich die Zuhörer der Diskussionsreihe ...
Experte rechnet mit massiv günstigerer Mobilität pro Kilometer © APA (AFP)/yt/ACW

Künstliche Intelligenz bringt weniger Autos und mehr Fahrten

Durch selbstfahrende Autos könnten in Zukunft weniger Fahrzeuge auf der Erde ...
Uber-Unfall sorgt für Verunsicherung © APA (AFP)

Fahren und gefahren werden

Steuern in Zukunft Algorithmen oder Menschen die Autos? Die meisten technischen ...
72 Prozent unternehmen wöchentlich zumindest eine Fahrt im Pkw © APA (dpa)

Auto bleibt für die Österreicher wichtigstes Verkehrsmittel

Das Auto bleibt für die Österreicher weiter das wichtigste Verkehrsmittel. 72 ...
Ausgewogene Lösungen sind gefragt © APA (AFP/General Motors)

Forscherin: Einsatz autonomer Fahrzeuge sorgfältig planen

In der Diskussion um automatisierte Fahrzeuge dominieren technische oder ...

Mehr zum Thema