Gastkommentar

René Albert © BMVIT
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Dossier

"Österreich zum globalen Innovation Leader der Energiezukunft machen"

Gastkommentar

29.06.2017
  • Wien (Gastkommentar) - Nach Verabschiedung des internationalen Klimaschutzabkommens 2015 in Paris wurde seitens der zuständigen Ministerien begonnen, die österreichische Klima- und Energiestrategie entsprechend der gesetzten Ziele sowie hinsichtlich nationaler ökologischer und ökonomischer Aspekte zu adaptieren.

  • Während an der Klima- und Energiestrategie noch gefeilt wird, hat das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) gemeinsam mit dem Klima- und Energiefonds den entsprechenden Forschungsteil bereits abgeschlossen und zwischenzeitlich in Form der Energieforschungs- und Innovationsstrategie publiziert. Mit dem Fokus auf eine umfassende, weil erforderliche, Dekarbonisierung des Energiesystems war bald klar, dass es einer Transformation des gesamten Energiesystems bedarf.

  • Diese grundlegende Transformation des Energiesystems ist zentral für den österreichischen Wirtschaftsstandort und erfordert die Bündelung aller Kräfte. Aus diesem Grund wurde bei der Erstellung der Strategie neben den Ministerien und Sozialpartnern auch eng mit den national führenden Expertinnen und Experten auf den jeweiligen Fachgebieten sowie der interessierten Öffentlichkeit zusammengearbeitet.

  • Mit dem Leitsatz "Österreich zum globalen Innovation Leader der Energiezukunft machen!" zielt die Strategie darauf ab, die weltweiten wirtschaftlichen Chancen dieser Transformation zu nutzen, während mittels Energieforschung und Innovation die schrittweise Dekarbonisierung des nationalen Energiesystems begleitet und so ein maßgeblicher Beitrag zu einer sauberen, sicheren und leistbaren Energiezukunft geleistet wird.

  • Im Bereich innovativer Energielösungen konnte Österreich schon bisher international punkten und sich mit klugen Lösungen für die Energiezukunft erfolgreich am Weltmarkt positionieren. Um diese Position abzusichern und weiter auszubauen, müssen Schwerpunkte gesetzt werden, bei denen Österreich in der Lage ist, durch Forschung und Innovation industriepolitische sowie volkswirtschaftliche Relevanz zu generieren. Die immense Aufgabe, die Dekarbonisierungsagenda sowohl technisch möglich als auch wirtschaftlich tragfähig und sozial verträglich zu gestalten, erfordert dabei eine langfristig ausgerichtete Forschungs- und Technologiepolitik.

  • Die zukünftige Ausrichtung der Energieforschung zeichnet sich durch eine integrative, systemische Herangehensweise aus. Dabei werden Umwandlungs- und Speichertechnologien in vier zentralen Innovationssystemen weiterentwickelt: Industrielle Energiesysteme sowie Gebäude und urbane Systeme finden sich hier verbunden durch Energiesysteme und -netze sowie Verkehrs- und Mobilitätssysteme wieder. Zusätzlich zu technologischen Veränderungen braucht es ein gesellschaftliches Umdenken, weshalb auch Potenziale und Methoden im Hinblick auf einen sozioökonomischen Wandel zu nachhaltigem Verhalten erforscht werden.

  • Technologieentwicklung und intelligente Systemlösungen werden darauf abzielen, neue Nachfrage am österreichischen und europäischen Heimmarkt zu generieren und die Wettbewerbsfähigkeit in Österreich produzierender Unternehmen für den weltweiten Export zu unterstützen.

  • Die Entwicklung einer integrierten Systemsicht im Energiesystem ist dabei eine der zentralsten Herausforderungen. Sowohl die Beurteilung und Systemintegration der wachsenden Fülle vorhandener Technologien und Lösungen sind dabei von Bedeutung als auch die gezielte Entwicklung und Weiterentwicklung von Technologien und Komponenten. Forschung, Entwicklung und Innovation haben hier entscheidende Beiträge zur Analyse komplexer Wirkungszusammenhänge und zur Ableitung von Lösungsmöglichkeiten zu leisten. Das bmvit sowie der Klima- und Energiefonds unterstützen Industrie und Forschung bereits viele Jahre in der Erforschung und Weiterentwicklung neuer Energietechnologien und haben damit die international thematische Führungsrolle in bestimmten Bereichen, unter anderem bei 'Smart Grids' oder Gebäudetechnologien, erfolgreich vorangetrieben. Dies hat auch positive Auswirkungen auf das produzierende Gewerbe, welches beispielsweise Passivhauskomponenten aus Österreich mittlerweile in die ganze Welt exportiert.

  • Wichtige Bausteine im Kontext der neuen Energieforschungs- und Innovationsstrategie bilden der geplante Beitritt Österreichs zur weltweiten Initiative MISSION INNOVATION - 22 Staaten und die Europäischen Union arbeiten hier mit den führenden privaten Investoren zusammen, um Innovationen im Bereich "Clean Energy Technologies" substanziell zu beschleunigen - sowie nationale Förderprogramme des bmvit und des Klima- und Energiefonds, welcher mit der Vorzeigeregion Energie oder dem Programm Energieforschung einen maßgeblichen Beitrag zur Unterstützung neuer Energietechnologieentwicklungen und Innovationen leistet.

Zur Person

René Albert, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit)

René Albert ist seit 2014 im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) im Bereich Energie- und Umwelttechnologien tätig. Sein Arbeitsbereich umfasst die Beteiligung an Strategieentwicklungen sowie an Forschungsprogrammen zur Entwicklung von Technologien zur stofflichen und energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Er beschäftigt sich außerdem mit den Themen "kritische Rohstoffe" sowie Energietechnologien im urbanen Bereich. FTI-Initiativen: Produktion der Zukunft, Stadt der Zukunft

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