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Postmenopausaler Brustkrebs: Therapieverlängerung um zwei Jahre ausreichend

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31.01.2018
  • Wien (MEDUNIWIEN) - Eine Standardbehandlung bei postmenopausalem Brustkrebs ist es, nach der chirurgischen Entfernung des Tumors fünf Jahre lang eine hormonelle (endokrine) Brustkrebstherapie zu verabreichen. Das Ergebnis der aktuellen Studie (ABCSG 16/S.A.L.S.A) der Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) zeigt nun, dass danach die Fortführung der Therapie mit dem Aromatasehemmer Anastrozol um weitere zwei Jahre ausreicht. Eine weitere Verlängerung auf fünf Jahre ist nicht sinnvoll, weil sich das Therapieergebnis nicht verbessert, sich die Nebenwirkungen aber verstärken. Die Arbeit wurde von Michael Gnant, Leiter der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien und des AKH Wien, stellvertretender Leiter des Comprehensive Cancer Center (CCC), Präsident der ABCSG und koordinierender Leiter der Studie heute, Donnerstag (7.12.), am San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) präsentiert. SABCS zählt zu den größten und wichtigsten Brustkrebskongressen der Welt und findet heuer von 5. bis 9. Dezember in San Antonio, USA, statt.

  • Die Antihormontherapie unterdrückt die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen bzw. Progesteron, da diese das Wachstum hormonrezeptor-positiver Tumoren stimulieren und so zu einem Rückfall (Rezidiv) führen können. Frühere Studien ließen vermuten, dass sich eine verlängerte endokrine Therapie günstig auf das krankheitsfreie Überleben auswirkt, allerdings blieb die Frage nach der optimalen Therapiedauer bisher unbeantwortet. ABCSG 16/S.A.L.S.A prüfte nun diese klinisch hochrelevante Fragestellung.

  • Sieben oder zehn Jahre endokrine Therapie?

  • An der Untersuchung nahmen von 2004 bis 2010 insgesamt 3.484 postmenopausale Brustkrebspatientinnen an mehr als 70 österreichischen Zentren teil - damit ist sie bislang eine der größten klinischen Studien in Österreich. Die Teilnehmerinnen wiesen ein frühes hormonrezeptor-positives Mammakarzinom (Stage I-III) auf und erhielten nach fünf Jahren standardmäßiger adjuvanter, Antihormontherapie (endokriner Therapie) zusätzlich zwei bzw. fünf Jahre den Aromatasehemmer Anastrozol als erweiterte endokrine Therapie. "Wir haben herausgefunden, dass zwei Jahre mit einem Aromatasehemmer nach der endokrinen Therapie jedenfalls ausreichen und eine weitere Therapieverlängerung keinen Benefit bringt, wohl aber mehr Nebenwirkungen", fasst Michael Gnant, Coordinating Investigator der Studie, die Ergebnisse zusammen.

  • Deutliches Ergebnis

  • Anastrozol blockiert die Östrogensynthese und verhindert dadurch Rezidive, weist aber einen anderen Wirkmechanismus und ein günstigeres Toxizitätsprofil auf, als das seit vielen Jahren eingesetzte Tamoxifen. Nun hat sich in dieser und ähnlich angelegten internationalen Studien gezeigt, dass Patientinnen von einer auf fünf Jahre verlängerten endokrinen Therapie nicht profitieren, aber durchaus mehr Nebenwirkungen, vor allem Frakturen, auftreten. Eine Therapiedauer von insgesamt zehn Jahren ist somit nicht angezeigt. Studien zeigten außerdem, dass mit längerer Therapie die Compliance, also die Einhaltung der Therapievorgaben, nachlässt. "Bis jetzt können wir noch nicht sagen, ob es eine Subgruppe von Patientinnen gibt, die von einer verlängerten Therapie profitieren kann. Wir hoffen, dass neue molekulare Testverfahren, die wir aktuell prüfen, hier mehr Klarheit bringen werden", wagt Gnant einen Blick in die Zukunft.

  • Medizinische Universität Wien - Kurzprofil

  • Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Europas. Mit rund 8.000 Studierenden ist sie heute die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit 5.500 MitarbeiterInnen, 27 Universitätskliniken und drei klinischen Instituten, 12 medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich.

  • ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group) - Kurzprofil

  • Seit über 30 Jahren führt Österreichs größte akademische Studiengruppe Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) unabhängig klinische Studien zum Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie zum Pankreaskarzinom durch. Die Ergebnisse finden international größte wissenschaftliche Anerkennung und haben maßgeblich dazu beigetragen, die Heilungs- und Überlebenschancen der PatientInnen zu verbessern. Allein in Österreich arbeitet die ABCSG mit 100 Zentren und mehr als 900 Prüfärztinnen und Prüfärzten zusammen, weltweit gesehen sind es bei internationalen Kooperationen mehrere Tausend. Bislang nahmen mehr als 25.300 PatientInnen an klinischen Studien der ABCSG teil. Weitere Informationen finden Sie unter www.abcsg.at

  • AKH Wien - Kurzprofil

  • Am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien - Medizinischer Universitätscampus - werden jährlich rund 100.000 Patientinnen und Patienten stationär betreut. Die Ambulanzen und Spezialambulanzen des AKH Wien werden zusätzlich etwa 1,1 Mio. Mal frequentiert. Gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten der MedUni Wien stehen für die Betreuung unserer PatientInnen rund 3.000 Krankenpflegepersonen, über 1.000 Angehörige der medizinischen, therapeutischen und diagnostischen Gesundheitsberufe und viele weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedensten Berufsgruppen zur Verfügung.

  • Comprehensive Cancer Center Vienna

  • Das Comprehensive Cancer Center (CCC) Wien der MedUni Wien und des AKH Wien vernetzt alle Berufsgruppen dieser beiden Institutionen, die KrebspatientInnen behandeln, Krebserkrankungen erforschen und in der Lehre bzw. der Ausbildung in diesem Bereich aktiv sind. Leiter des CCC ist Christoph Zielinski. (www.ccc.ac.at)

    Rückfragehinweis:
    Mag. Johannes Angerer
    Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
    Tel.: 01/ 40 160 11 501
    E-Mail: pr@meduniwien.ac.at
    Spitalgasse 23, 1090 Wien
    www.meduniwien.ac.at/pr
    Mag. Nicole Scheiber
    Public Relations
    Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group
    Tel. +43 1 408 92 30-23, Tel. +43 664 437 98 37 
    E-Mail: nicole.scheiber@abcsg.at
    Nussdorfer Platz 8, 1190 Wien
    www.abcsg.org
    Karin Fehringer, MBA
    Leiterin Informationszentrum und PR, 
    AKH Wien
    Tel.: 01/ 40 400 12160
    E-Mail: presse@akhwien.at
    Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
    www.akhwien.at
    DI Isolde Fally, MAS PR
    Comprehensive Cancer Center Vienna
    MedUni Wien/AKH Wien
    Tel.: 01/40 400 19 410 
    E-Mail: isolde.fally@ccc.ac.at
    Spitalgasse 23, 1090 Wien
    www.ccc.ac.at
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