Dossier

Dipl.-Ing. Daniel Schwabl (li.) und Dr. Markus Bauer vor der Anlage © Montanuniversität Leoben
5
Dossier

Spin - off Fellowship geht an die Montanuniversität

Dossier

27.09.2018
  • Leoben (MONTANUNI) - Die Montanuniversität Leoben erhielt den Zuschlag für ein neues FFG-Programm. Projekt-Verantwortliche sind Dipl.-Ing. Daniel Schwabl (er kommt ursprünglich vom Lehrstuhl für Aufbereitung und Veredlung) und Dr. Markus Bauer mit Unterstützung des Lehrstuhlleiters Univ.-Prof. Dr.-Ing. Markus Lehner vom Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes. Im Rahmen der ersten Ausschreibung dieses neuen Programmes "Spin-off Fellowship" war ihr Projekt "ZKS (Zentrifugalkraftscheider)-Trenntechnik" erfolgreich. Als eines von acht Spin-off Fellowships österreichweit, die aus 35 Anträgen hervorgegangen sind, sollen wissenschaftliche Ergebnisse in Form einer Unternehmensgründung verwertbar gemacht werden.

  • Wie kann man effizient trennen?

  • Industrieunternehmen sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen, um aus gemischten Abfallfraktionen Altkunststoffe zurückzugewinnen. Die bereits beschlossenen, erhöhten EU- Recyclingquoten für Kunststoffe (von 30 Prozent 2018 auf 50 Prozent bis 2025 bei Verpackungen) steigern die Nachfrage nach Technologien, die ungenutzte Kunststoffpotenziale für eine Kreislaufführung erschließen und somit einen wertvollen Beitrag zur effizienten Ressourcennutzung leisten. "Dies war auch der Ansatzpunkt für die Entwicklung der Technologie im Rahmen des Research Studios Austria "Plastic Reborn", in dessen Rahmen die Erprobung in einer Pilotanlage bis zum Technology Readiness Level (TRL) 4-5 vorangetrieben wurde", erläutert Dr. Markus Bauer. Die ZKS-Trenntechnik steht für ein robustes, kompaktes und effizientes Anlagenkonzept zur nassen Dichtetrennung, insbesondere von Altkunststoffen aus gemischten Abfallfraktionen. Dabei macht man sich zunutze, dass Partikel unterschiedlichen Materials auch unterschiedliche spezifische Gewichte (Dichten) wie auch diverse Kunststoffe aufweisen. Daher können sie in Wasser bzw. wässrigen Lösungen unter Einwirkung eines Kraftfeldes (z.B. Gravitationsfeld) durch Aufschwimmen oder Absinken getrennt werden. Als nächster Schritt soll die Technologie nun durch die Förderung Spin-off Fellowship bis zur Marktreife durch detaillierte Auslegung einer mobilen Demonstrationsanlage (Vorbereitung TRL 7) geführt und durch die Erarbeitung gründungsrelevanter Kompetenzen die Verwertung in einem Unternehmen vorbereitet werden. "Ziel des neuen Systems soll es sein, beim Recycling von Kunststoffen weniger Verluste zu haben und somit die Effizienz zu steigern", fasst Bauer zusammen.

  • Das neue Förderprogramm

  • Das noch junge Förderprogramm "Spin-off Fellowship" unterstützt Forscherinnen und Forscher mit innovativen Ideen und Unternehmergeist in Richtung Ausgründung. Mit diesem neuen Programm setzt das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) in Kooperation mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) frühzeitig an Hochschulen und Forschungseinrichtungen Impulse, um das Umfeld für zukünftige Spin-offs entscheidend zu verbessern.

    Rückfragehinweis:
    Dr. Markus Bauer
    Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes
    E-Mail: markus.bauer@unileoben.ac.at
    Tel.: 03842/402-5019

Dossier

Das Thema Kunststoff wird äußerst kontrovers diskutiert. Dass Plastik die Welt in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltig verändert hat, ist unwidersprochen, ob positiv ...

Gastkommentare

"Neue Rohstoffe für Kunststoffprodukte durch die industrielle Mikrobiologie"
von Michael Sauer
Universität für Bodenkultur (Boku) / Christian Doppler Laboratorium für Glycerinbiotechnologie
"Upcycling-Strategien für eine kreislauforientierte Gesellschaft"
von Vasiliki-Maria Archodoulaki
Technische Universität (TU) Wien
Institut für Werkstoffwissenschaften und Werkstofftechnologie
"Plastik in unseren Fließgewässern - Aktuelle Forschung zum Thema Mikro- und Makroplastik"
von Marcel Liedermann
BOKU
Institut für Wasserwirtschaft
Hydrologie und konstruktiven Wasserbau
"Et tu, Kunststoff: Quo vadis? - Eine Zukunftsprognose für Kunststoffe"
von Frank Wiesbrock
Polymer Competence Center Leoben

Hintergrundmeldungen

Nachhaltige LEGO-Elemente aus pflanzlichem Kunststoff © obs/LEGO GmbHMariaTuxenHedegaard/obs/LEGO GmbH/Maria Tuxen Hedegaard

Die Alternative, Biokunststoff

Plastikabfall ist derzeit medial negativ besetzt omnipräsent. Als Alternativen ...
Ergebnis eine Sammelaktion an einem Ostseestrand © APA/dpa/sts pzi vfd

Alleskönner Plastik landet noch zu oft im Müll

Plastik ist ein solch praktischer Werkstoff, dass es aus dem modernen Leben, ...
Das "System 001" wird zu seinem Bestimmungsort geschleppt © APA/AFP (Edelson)

Forscher nähern sich Plastik-Strudel und Kunststoff-Natur an

Am 8. September lief unter großer medialer Aufmerksamkeit ein Schiff mit einem ...
Derzeit dominieren die etablierten erdölbasierten Kunststoffe © APA (AFP)

Weniger Plastik im Regal: Neue Trends bei Lebensmittelverpackungen

Papiersackerl, „Bio-Plastik“ und Milch in Glasflaschen: Der Trend bei ...
Plastik in Form von Einweg-Spritzen © APA

Plastik in der Medizin - Fluch oder Segen

Von der Plastikspritze, die jährlich Millionen Menschen das Leben rettet, bis ...

Mehr zum Thema