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Es braucht Echtzeit-Daten, um Sprachlernprozesse zu verstehen © APA (Keystone)
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Wie lernt man am schnellsten Englisch?

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02.08.2018
  • Salzburg (APA-Science) - Welche Unterrichtsmethoden, Übungen und Materialien eignen sich am besten zum Erlernen einer Sprache? Dazu gibt es kaum fundierte Erkenntnisse. Denn um dies beurteilen zu können, reichen "Papier und Bleistift"-Test oder Unterrichtsbeobachtungen nicht aus, meinen die Sprachforscher Tanja Angelovska und Dieter Röhm von der Universität Salzburg. Vielmehr braucht es Einblicke in die neuronale Ebene sowie die Erfassung von Lernprozessen in Echtzeit, betonen die beiden gegenüber APA-Science.

  • Im Rahmen einer internationalen Forschungskooperation u.a. mit der University of Portsmouth untersuchen die beiden Sprachwissenschafter anhand von Kindern aus mehreren österreichischen Schulen mit unterschiedlicher Erstsprache, wie der Erwerb von Englisch als Zweit- oder Drittsprache vor sich geht. Ziel des Projekts "Smart Kids" ist es, die zugrunde liegenden neurophysiologischen Prozesse beim Erlernen bzw. der Verarbeitung der Sprache besser verstehen zu können und damit einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung von forschungsbasiertem Lehr- und Lernmaterial für das Lehrpersonal, Schulen und Schüler zu liefern. Unter anderem werden Blickbewegungen, Hirnströme (EEG) und Parameter der dynamischen Änderung des Sauerstoffgehaltes im Blut gemessen.

  • Neue Methode könnte Sprachenlernen systematisch erleichtern

  • Erste Untersuchungen zu einer neu entwickelten Lernmethode haben Röhm zufolge gezeigt, dass sich der Erwerb einer Fremdsprache bei jüngeren Schülerinnen und Schülern systematisch verbessern ließen. Man wolle ein besseres Verständnis für die Wirkweise dieser neuen Methode erlangen. In einer Kombination von Hör-, Lese- und Sprechaufgaben lernen die Schüler am Computer Englisch, während gleichzeitig ihre Blickbewegungen und die Gehirnaktivität erfasst werden. Im Rahmen der interdisziplinären Forschungsgruppe wolle man die Rolle kognitiver Faktoren und Fähigkeiten beim Zweitsprachenlernen und der -verarbeitung intensiver erforschen, als dies bisher der Fall war.

  • Angelovska, die am Fachbereich Anglistik und Amerikanistik tätig ist, ist seit 2014 Mitglied des sprachwissenschaftlichen Forschungszentrums CAROLE an der University of Greenwich. Gemeinsam mit dem Neuro-Linguisten Röhm vom Zentrum für Kognitive Neurowissenschaften wurden die beiden als assoziierte Mitglieder des mit Juni 2018 neu gegründeten Sprachforschungszentrums CARILSE - Centre for Applied Research and Innovation in Language Sciences and Education - an der University of Portsmouth nominiert.

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