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Bildungsforscher Hopmann warnt vor geplanter Lehrplan-Reform

31.10.2018

Stefan Hopmann, Bildungsforscher an der Universität Wien und seit über 30 Jahren Spezialist für Lehrpläne, warnt vor negativen Folgen der geplanten Reform der Lehrpläne an Volksschulen, Mittelschulen und AHS-Unterstufen. In einem offenen Brief in der Wochenzeitung "Furche" appelliert er an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), sein Vorhaben zu überdenken.

Hopmann schreibt, er sei von Faßmann in ein Begleitgremium ("Sounding Board") für die geplante Lehrplan-Überarbeitung eingeladen worden. Er habe allerdings abgelehnt. Begründung: Deren Ziele - Reduktion auf wesentliche Bildungsziele, stärkere Kompetenzorientierung, "deutliche Verknüpfung von Lehrplänen und Leistungsbeurteilung" - würden Schulen und Schülern schaden.

Das Versprechen, die "Überbürdung" durch überfüllte Lehrpläne zu beenden, gäbe es mindestens seit dem 19. Jahrhundert. "Faktisch erzeugt aber die Engführung von Lehrplan und Leistungsmessung das genaue Gegenteil." Es sei nicht zu ändern, dass Unterrichtsverläufe und Ergebnisse je nach Standort sehr unterschiedlich ausfielen. In guten Schulen komme es allerdings ohnehin nicht auf Wissensanhäufung an, sondern auf "Förderung der Lernfähigkeit und des Gemeinsinns", so der Bildungsforscher.

"Der Druck, Inhalte und Ergebnisse durch detaillierte Verschränkung unter Kontrolle zu bringen, nimmt den Lehrkräften den notwendigen Spielraum, Unterricht den Gegebenheiten am Standort anzupassen. Das schadet unweigerlich den Schwächsten, die der Unterrichtsbeschneidung nicht genug eigene Ressourcen entgegensetzen können. Große Leistungsunterschiede und soziale Schieflagen sind die historisch und empirisch gut belegte Folge", schreibt Hopmann. "Wenn schon nicht als Politiker, können Sie vielleicht als Vater noch einmal überdenken, ob Sie eine Reform verantworten wollen, die nachkommenden Generationen schaden wird." Im Bildungsministerium wollte man den Offenen Brief auf APA-Anfrage nicht kommentieren.

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