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Stadtschulratspräsident: "Gesetze müssen aber eingehalten werden" © APA (Hochmuth)
Stadtschulratspräsident: "Gesetze müssen aber eingehalten werden" © APA (Hochmuth)

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Deutschklassen: Wien mit "großem Verständnis" für Direktoren

06.06.2018

Der Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky und Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer (beide SPÖ) haben "großes Verständnis" für die Bedenken von Direktoren und Lehrern gegen die Einführung von Deutschförderklassen. Allerdings sei klar, "dass unsere Schulen bestehende Gesetze einhalten müssen - das gilt auch für das Gesetz über die Deutschförderklassen", hieß es in einer Aussendung.

"Der Bund muss den Aufschrei der Direktorinnen und Direktoren ernst nehmen, weil er klar aufzeigt, dass die Schulen bei der Einführung der Deutschförderklassen bislang im Regen stehen gelassen worden sind", so Czernohorszky und Himmer. Bis heute würden die Schulen auf Planungsvorgaben des Ministeriums warten. "Weder ist klar, wie die Implementierung der Deutschförderklassen räumlich bewältigt werden kann, noch gibt es entsprechende Stellenpläne und Rahmenrichtlinien, die - inklusive Festlegung der Gruppengrößen - eine Personalplanung überhaupt erst möglich machen."

"Völlig inakzeptabel" wäre ein Boykott für FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus. Gerade in Wien gebe es unzählige Schulklassen, in denen eine Mehrzahl der Kinder gar nicht oder nur ungenügend Deutsch könne. "Dadurch werden die österreichischen Kinder in ihrem Lernfortkommen behindert. Daher ist es gerade in der Bundeshauptstadt von enormer Bedeutung, dass die Kinder mit Deutschdefiziten in eigenen Klassen unterrichtet werden, bevor sie in den Regelunterricht integriert werden."

NEOS: "Brauchen genau solche Initiativen"

Unterstützung für die Lehrer kommt von den NEOS: "Das sind genau die Initiativen, die wir brauchen und die ich mir für unser System wünsche", so Klubobmann Matthias Strolz in einer Aussendung."Nachdem die Regierung einfach drübergefahren ist, gehen jetzt die Betroffenen gemeinsam in die Verantwortung." Auch Stephanie Cox, Bildungssprecherin der Liste Pilz, äußerte sich ähnlich: Die Regierung bekomme nun "die Rechnung für ihr beratungsresistentes Handeln präsentiert". Sie unterstütze daher die von den Pädagogen gegründete "Plattform zur schulautonomen Umsetzung von Sprachfördermaßnahmen". Verständnis äußerte auch der Klubobmann der Wiener Grünen, David Ellensohn: Wenn entgegen besseren Wissens Dinge durchgedrückt würden, sei es gerade im Bildungsbereich nachvollziehbar, dass Direktoren und Lehrer dagegen protestieren.

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