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Die Rolle der Schulen und Hochschulen in Zeiten des Populismus

04.10.2018

Einladung zur internationalen Fachtagung "Nationalpopulismus bildet?" am 12. und 13. Oktober an der Universität Salzburg. Eine gemeinsame Veranstaltung von Universität Salzburg und Pädagogischer Hochschule Salzburg.

Seit geraumer Zeit ist in westlichen Demokratien der Aufstieg neuer Populismen zu beobachten. Politiker mit populistischen Wahlprogrammen gewinnen zunehmend an Akzeptanz und Wählerstimmen. Populismus ist geprägt von der Ablehnung der Machteliten und der Berufung auf den gesunden Menschenverstand und auf die "Stimme des Volkes". Ob in den USA, Ungarn, Italien, Deutschland oder Österreich, in jedem Staat drückt sich der Populismus anders aus, hat seine eigene nationalpopulistische Spielart.

Welchen Einfluss haben die politischen Veränderungen in Bezug auf die - aktive oder passive - Bildung von Schülerinnen, Schülern und Studierenden, auf die Lebenseinstellungen junger Menschen? Und wie geht die Schule mit diesem politischen Phänomen um? Welche Gefahren birgt nationalpopulistische Politik für Bildung? Experten halten es für ein Gebot der Stunde, dass die sich verändernde gesellschaftliche und politische Realität an Bildungsinstitutionen wie Hochschulen und Universitäten als Teil der politischen Bildung und der politischen Aufklärungsarbeit diskutiert werden.

Einen Beitrag dazu leisten will die interdisziplinäre Tagung "Nationalismus bildet? The New European National Populism: Lessons for School Education" am 12. und 13. Oktober 2018 an der Abteilung Politikwissenschaft der Universität Salzburg (Rudolfskai 42). Details zum Programm entnehmen Sie bitte dem Programmheft im Link.

Veranstaltet wird die Tagung vom Kompetenzzentrum für Diversitätspädagogik der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig, dem Fachbereich Politikwissenschaft der Universität Salzburg und der School of Education der Universität Salzburg, in Kooperation mit der Université de Lorraine-Metz.

Die Tagungsbeiträge sollen später in Buchform publiziert werden.

Die Tagung umfasst einen allgemeinen Teil und einen konkreten Teil, der sich mit der Thematik im Kontext Bildung auseinandersetzt.

Die Themen reichen von der Analyse des Phänomens Rechtspopulismus (Eröffnungsvortrag des international renommierten Politikwissenschaftlers Frank Decker von der Universität Bonn) über Fallstudien populistischer Politik (am Beispiel Kärnten) bis zur Islamophobie im Klassenzimmer.

Den Abschluss der Tagung bildet am Samstag, 13.Oktober um 11.30 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema "Mainstreamparteien und deren Konvergenz mit populistischen Parteien". Die Diskutanten sind Reinhard Heinisch (Universität Salzburg), Patrick Duval (Université de Lorraine), Elfriede Windischbauer (Rektorin der Pädagogischen Hochschulte Salzburg Stefan Zweig), Ulrike Greiner (Direktorin der School of Education, Universität Salzburg), Manfred Oberlechner (Pädagogische Hochschule Salzburg Stefan Zweig), Andrea Klambauer (Landesrätin, Salzburger Landesregierung).

Der Politikwissenschaftler Professor Reinhard Heinisch (Universität Salzburg) sieht durch den Populismus eine doppelte Herausforderung für die Schule: "Da populistische Parteien zunehmend die Politik beeinflussen und sogar in Regierungsverantwortung sind, müssen sich auch Schule und Bildung diesem stellen. Und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Einerseits wird der Populismus und seine Folgen zum Unterrichtsinhalt, andererseits werden Schulen und Bildung Ziel populistischer Politik."

Die Pädagogin Univ.-Doz. DDr. Ulrike Greiner (Direktorin der School of Education) betont den Diskussionsbeitrag der Tagung zum Verhältnis von Politik und Bildung: "Politik hat immer versucht, Bildungssysteme und Bildungsinstitutionen zu beeinflussen. Tatsächlich muss Schule im öffentlichen Bildungsauftrag selbstverständlich auch politisch gestaltet werden. Das impliziert allerdings auch die Schaffung eines schulischen Bildungsraums für die offene kritische Auseinandersetzung mit Politik. Es gibt Anzeichen dafür, dass nationalpopulistische Bildungskonzepte recht grundsätzlich das Verständnis von Schule und Politik neu zu definieren versuchen."

Der Soziologe Hochschulprofessor Manfred Oberlechner (Pädagogische Hochschule Salzburg Stefan Zweig) verweist auf den engen Zusammenhang politischer Bildung und interkulturellem Lernen. "Inklusive bzw. diversitätssensible Bildung ist ohne politische Bildung nicht zu denken, denn beide stehen in ständiger wechselseitiger Beeinflussung - ebenso wie der Zusammenhang von Bildung und gesellschaftlichem Wandel im Lauf der Zeit. Woanders als in Bildungseinrichtungen selbst sollte daher dazu kritisch diskutiert, geforscht und gelehrt werden."

Tagung:

"Nationalismus bildet? The New European National Populiism: Lessons for School Education"

Zeit und Ort: 12. und 13. Oktober 2018 am Fachbereich Politikwissenschaft der Universität Salzburg, Rudolfskai 42.

Weitere Informationen zur Tagung unter folgendem Link.

Kontakt:
Univ.-Prof. Mag. Dr. Reinhard Heinisch
Fachbereichsleiter Politikwissenschaft und Soziologie 
Universität Salzburg, Rudolfskai 42, 5020 Salzburg
t.: + 43 (0)662 8044-6615
reinhard.c.heinisch@sbg.ac.at

Priv.-Doz. MMag. DDr. Ulrike Greiner
Direktorin der School ef Education
Universität Salzburg
Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Salzburg
t.: +43 (0) 662 8044-7303
ulrike.greiner@sbg.ac.at

Prof. MMag Dr. Manfred Oberlechner, BA
Hochschulprofessur für Soziologie mit Schwerpunkt: 
Interkulturelles Lernen und Migrationspädagogik
Leiter des Kompetenzzentrums für Diversitätspädagogik
Pädagogische Hochschule Salzburg Stefan Zweig
Akademiestraße 23 
t.: + 43 (0) 662 6388-21; mob.: 0664/5018459
manfred.oberlechner@phsalzburg.at
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