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Sieben Kriterien für Rahmenbedingungen vorgesehen © APA (Pfarrhofer)
Sieben Kriterien für Rahmenbedingungen vorgesehen © APA (Pfarrhofer)

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EU-Kommission will duale Berufsausbildung fördern

05.10.2017

Die EU-Kommission setzt auf duale Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule, wie sie in Österreich bereits üblich ist. Die EU-Behörde will hochwertige Berufsausbildungen mit bis zu 27 Mrd. Euro aus dem EU-Sozialfonds in Zukunft stärker fördern. Sie legte nun in Brüssel einen entsprechenden Vorschlag für eine Initiative vor.

"Diese Initiative wird zu einer besseren Beschäftigungsfähigkeit und persönlichen Entwicklung von Auszubildenden und damit auch zu einer hervorragend ausgebildeten und qualifizierten Arbeitnehmerschaft gemäß den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts beitragen", erklärte die EU-Kommission. "Mit dem heute vorgestellten neuen Rahmen definieren wir, was eine gute Berufsausbildung ausmacht. Wenn der Rahmen angenommen ist, wird er gewährleisten, dass Lernende und Arbeitgeber gleichermaßen von hochwertigen Berufsausbildungen profitieren", sagte die für Beschäftigung zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen. Bei dieser Initiative gehe es nicht um eine Harmonisierung der Berufsausbildung in der EU, sondern um gemeinsame Kriterien.

Für die Bewertung der Qualität und Nachhaltigkeit einer Berufsausbildung sieht der vorgeschlagene Rahmen der EU-Kommission sieben Kriterien für Lern- und Arbeitsbedingungen und sieben weitere Kriterien für die Rahmenbedingungen vor. Diese Kriterien sind: ein schriftlicher Vertrag, Lernergebnisse, pädagogische Unterstützung, eine Arbeitsplatz-Komponente, Bezahlung und/oder Aufwandsentschädigung, Sozialschutz, Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Sicherheit, ein Regulierungsrahmen, die Einbeziehung der Sozialpartner, Unterstützung für Unternehmen, flexible Lernpfade und Mobilität, Berufsberatung und Sensibilisierung, Transparenz, Qualitätssicherung und Werdegang-Nachverfolgung.

Nach Angaben der EU-Kommission wurden im Rahmen der Jugendgarantie bereits mindestens 390.000 Ausbildungsplätze vermittelt. Insgesamt würden 60 bis 70 Prozent der Auszubildenden den direkten Übergang von der Ausbildung in den Beruf schaffen, in manchen Fällen sogar bis zu 90 Prozent. In den vergangenen drei Jahren sei die Jugendarbeitslosigkeit in der EU rascher zurückgegangen als die allgemeine Arbeitslosigkeit, nämlich von 21,4 Prozent im Jahr 2014 auf 16,7 Prozent, sie liegt jedoch weiterhin deutlich über der allgemeinen EU-Arbeitslosenrate (7,6 Prozent).

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