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Gute Berufsaussichten in vielen Branchen © APA (dpa)
Gute Berufsaussichten in vielen Branchen © APA (dpa)

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FH Krems bildet erstmals Chemie-Fachkräfte aus

07.11.2018

Mit einem neuen Angebot will die IMC Fachhochschule Krems dem Fachkräftemangel in der chemischen Industrie begegnen. Der englischsprachige Bachelor-Studiengang "Applied Chemistry", der Ende Oktober gestartet hat und ab dem zweiten Durchgang im kommenden Jahr 40 Ausbildungsplätze anbieten will, ist in enger Zusammenarbeit mit der Fachbranche entwickelt worden, teilt die FH in einer Aussendung mit.

Denn die Nachfrage nach Chemikern ist hoch. Doch obwohl das Studium beliebt ist, steigt die Zahl der Absolventen nicht signifikant. "An den Universitäten steht nur eine begrenzte Menge an Ausbildungsplätzen zur Verfügung", erläutert FH-Studiengangsleiter Uwe Rinner die Problematik gegenüber APA-Science. Bedarf bestehe gerade im Bereich der analytischen Chemie - die bei der Qualitätssicherung etwa im Pharma-, Lebensmittel- oder Umweltbereich zum Einsatz kommt -, aber auch neue Betätigungsfelder würden hinzukommen.

Den Schwerpunkt will der Studiengang unter anderem auf computerbasierte Methoden, Statistik, Big Data, "nachhaltiges Handeln" sowie Oberflächenchemie legen.

Dass der sechssemestrige Studiengang auf Englisch geführt wird - wie übrigens auch andere Studien an der FH -, hat Rinner zufolge mehrere Vorteile. "Zum einen können Studierende aus dem Ausland leichter bei uns studieren, und unsere Studierenden wiederum einfacher an Austauschprogrammen teilnehmen. Zudem sind die Absolventen besser auf den internationalen Arbeitsmarkt vorbereitet, denn die Kommunikation läuft auch bei vielen in Österreich beheimateten Betrieben auf Englisch ab. Und drittens erlernen Studierende die Fachsprache viel intensiver und sind auch besser für eine internationale Karriere gerüstet", betont er.

Das Angebot an nicht-universitären Ausbildungsstätten für Chemie-Fachkräfte ist überschaubar. Neben der Wiener HBLVA Rosensteingasse bietet beispielsweise noch die Chemie-Ingenieurschule Graz - ein Kolleg für Chemie - Ausbildungen abseits der Uni an.

Uni oder FH?

Was sollte den Ausschlag geben, ob ein angehender Student ein Chemie-Studium an einer Universität beginnt oder sich an der Fachhochschule einschreibt? Rinner dazu: "Fachhochschulen sind straffer organisiert, Vorlesungen und Praktika damit besser aufeinander abgestimmt. Das ist für Studierende sicher ein wichtiger Punkt. Wir operieren außerdem mit deutlich kleineren Gruppengrößen und haben ein verpflichtendes Praxissemester, das an universitären Einrichtungen oder chemischen Betrieben absolviert werden muss." Nicht nur sei der direkte Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern bei der späteren Jobsuche ein Vorteil, die in diesem Zeitraum gewonnenen Ergebnisse ließen sich auch für die Bachelorarbeit verwenden. Universitäten hingegen bieten ihm zufolge eine individuelle Planung des Studienfortschritts und mehr Wahlmöglichkeiten, die Bachelorarbeit ist in der Regel kürzer und wird meist direkt an der Uni absolviert.

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