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IGGÖ-Präsident Olgun: Kopftuchträgerinnen in Volksschulen erhoben

07.05.2018

Das von der Regierung geplante Kopftuchverbot in Kindergärten und Schulen hat die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) dazu veranlasst, Zahlen zu erheben. Nicht einmal 15 Prozent der Mädchen seien in den islamisch-konfessionellen Volksschulen betroffen, sagte Präsident Ibrahim Olgun im APA-Interview. Unterstützung erhofft er sich durch die Jüdische Gemeinde, zu der er vermehrt den Kontakt sucht.

Nach wie vor stellt sich die IGGÖ vehement gegen das Kopftuchverbot. "Es ist sehr unverständlich, sehr bedauerlich, dass die Politik versucht, sich in unsere Angelegenheiten einzumischen", meint Olgun weiter und: "Solange so ein Verbotsgesetz nicht verabschiedet wird, sind wir immer bereit für Gespräche." Finde man keine Lösung, "bleibt uns nichts anderes übrig als alle rechtlichen Mittel zu nützen", was bis zum Europäischen Menschengerichtshof (EGMR) reichen könne.

"Scheindebatte"

Ohnehin sei die politische Diskussion über Kopftücher für Kinder eine "Scheindebatte", was die internen Zahlen der IGGÖ belegten. Die Zahlen seien "für uns nicht überraschend" und hätten laut Olgun bewiesen, "dass es eigentlich kein Thema ist". Die Hälfte der Trägerinnen in den konfessionellen Volksschulen würden zudem nur gelegentlich auf das Kleidungsstück zurückgreifen, die Mehrheit erst ab der dritten und vierten Klasse.

Olgun schließt aus den internen Zahlen zu den Kopftuch-Trägerinnen auch auf die Allgemeinheit: "Wenn das in unseren islamischen-konfessionellen Schulen der Betrag so wenig ist, wie kann es sein, dass es in den allgemeinen öffentlichen Schulen so viel mehr ist?" Zwang durch die Eltern gebe es lediglich in Einzelfällen, die stets durch den innermuslimischen Diskurs gelöst würden. Auch verbiete man wegen alkoholisierter Autofahrer auch nicht generell das Autofahren, meint der IGGÖ-Präsident.

Auch hofft Olgun in der Debatte auf die Solidarität anderer Glaubensgemeinschaften, wie etwa der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG). Mit deren Präsidium habe es "in letzter Zeit einige gute Gespräche" gegeben, um über Probleme, aber auch Gemeinsamkeiten zu sprechen, bestätigt Olgun. Geeinigt habe man sich auf die Bildung eines Arbeitsteams, das gemeinsame Projekte erarbeiten soll, wo man sich noch mehr annähern könnte.

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