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Integration: Was die Zahlen bedeuten

14.09.2018

Ausländische Schüler, Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache oder Umgangssprache, außerordentliche Schüler, Schüler mit Migrationshintergrund oder Schüler mit Sprachproblemen - gerade in der Diskussion um Integration fallen immer wieder Begriffe und Zahlen, die nicht allgemein verständlich sind. Im Anschluss eine Erklärung und Einordnung der diversen Begriffe und Zahlen.

Ausländische Schüler: 2016/17 hatten laut Statistik Austria knapp 15 Prozent aller Schüler eine andere Staatsbürgerschaft als die österreichische - die Bandbereite reicht dabei von zehn Prozent in Niederösterreich bis 26 Prozent in Wien. Über den Sprachstand sagt das aber nur relativ wenig aus. So spricht mit den Deutschen die größte Ausländergruppe in Österreich naturgemäß gut Deutsch, umgekehrt trifft dies auf viele Inhaber eines österreichischen Passes nicht unbedingt zu.

Schüler mit nicht-deutscher Umgangssprache: Das waren 2016/17 rund 25 Prozent aller Schüler - die Bandbreite reicht von 15 Prozent in Kärnten bis 51 Prozent in Wien. Diese Kategorie hat die lange gebräuchliche Einordnung "Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache" abgelöst. Allerdings wird auch damit wenig über den konkreten Sprachstand ausgesagt: Entscheidend ist lediglich, welche Sprache die Eltern beim Ausfüllen der Erhebung über die "im Alltag gesprochene(n) Sprache(n)" als erste (bzw. einzige) angeben. Selbst wenn zwei oder mehrere Sprachen angegeben werden, zählt nur die erste Angabe: "Deutsch" als erste und "Türkisch" als weitere im Alltag gebrauchte Sprache macht ein Kind also zum Schüler mit deutscher Umgangssprache, "Türkisch" als erste und "Deutsch" als weitere im Alltag gesprochene Sprache zum Schüler mit nichtdeutscher Umgangssprache. Es spielt außerdem keine Rolle, warum daheim nicht Deutsch gesprochen wird - also ob das Kind nicht Deutsch kann oder ob etwa aus Rücksicht auf eine nicht sprachkundige Großmutter in einer anderen Sprache kommuniziert wird.

Außerordentliche Schüler: 2018/19 werden rund 34.000 Schüler als außerordentlich geführt - Tendenz stark sinkend. 2016/17 betrug die Anzahl noch 45.000, 2017/18 42.000. Nachdem dieser Status aber nur für maximal zwei Jahre vergeben wird, kommt er in höheren Schulstufen kaum mehr vor. Diese Einordnung erfasst außerdem nicht alle Kinder mit Sprachproblemen: Darunter fallen nämlich nur jene, die wegen mangelnder Deutschkenntnisse dem Unterricht nicht ausreichend folgen können.

Schüler mit Migrationshintergrund: Als solche gelten Schüler, wenn beide Elternteile im Ausland geboren wurden (unabhängig von den Sprachkenntnissen). Bei den Bildungsstandarderhebungen 2017 lag dieser Anteil in der achten Schulstufe (vierte Klasse AHS/NMS) bei 22 Prozent - zieht man Deutsche ab, kommt man auf knapp 21 Prozent.

"Risikoschüler": Dieser Begriff hat sich für jene Schüler eingebürgert, die bei nationalen (Bildungsstandards) oder internationalen (PISA/PIRLS) Vergleichsstudien maximal einfache Aufgaben lösen können. Ihr Anteil liegt je nach Studie zwischen 15 und 20 Prozent. In den Untersuchungen werden diese Risikoschüler noch einmal in Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund unterteilt: 2016 zeigte sich dabei etwa, dass beim Lesen 35 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Bildungsstandards nicht erreichten, bei jenen ohne Migrationshintergrund betrug dieser Prozentsatz zwölf Prozent.

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