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Kinderbetreuung - AK OÖ sieht leichte Verbesserung

30.11.2018

Das Kinderbetreuungsangebot hat sich 2018 in Oberösterreich leicht verbessert, große Fortschritte seien aber nicht zu bemerken - so lautet die Bilanz der Arbeiterkammer (AK) OÖ, die ihren Kinderbetreuungsatlas 2018 vorgelegt hat. Die Auswirkungen der Nachmittagsgebühren seien anhand dieses Tools aber schwer zu quantifizieren, hieß es in der Pressekonferenz der Kammer.

Der Kinderbetreuungsatlas erhebt auf Basis der Angaben aus den Kommunen, ob es ein Kinderbetreuungsangebot in einer Gemeinde gibt und in welchem Maß es die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht. Um in die beste Kategorie (A1) zu kommen, muss eine Einrichtung mindestens 45 Stunden pro Woche sowie an vier Tagen pro Woche Minimum 9,5 Stunden geöffnet sein und ein Mittagessen anbieten. Höchstens fünf Wochen im Jahr darf geschlossen sein, zudem muss es in dem Ort ein Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder geben.

Nur jede fünfte der 440 oberösterreichischen Gemeinden schaffte die A1-Bewertung, monierte die AK, die Zahl sei von 2017 auf 2018 lediglich leicht von 85 auf 88 gestiegen. In 139 Gemeinden (31,6 Prozent) habe der Kindergarten weniger als acht Stunden geöffnet, in 38 Gemeinden gebe es kein Angebot für Unter-Dreijährige, in 31 keine Betreuung für Volksschulkinder und in 28 nicht einmal ein Essen im Kindergarten, vermisst die AK - auch vor dem Hintergrund des 12-Stunden-Tags - Kompatibilität mit Vollzeitberufstätigkeit.

Zurückstufung wegen verkürzter Öffnungszeiten

Deutliche Verbesserungen seien vor allem im Bezirk Braunau zu sehen gewesen, was man bei der AK darauf zurückführt, dass dort große Unternehmen Arbeitskräfte suchen würden. Insgesamt sind 39 Gemeinden um eine oder mehrere Kategorien aufgerückt, 35 wurden zurückgestuft. Letzteres resultiert laut Präsident Johann Kalliauer und Vizepräsidentin Elfriede Schober u.a. auf die verkürzten Öffnungszeiten.

Schlüsse, wie sich die Wiedereinführung der Nachmittagsgebühren ausgewirkt habe, könne man aus dem Atlas aber "nur indirekt" ziehen, erklärte Schober. Wenn etwa eine von zwei Nachmittagsgruppen aufgelassen wurde, sei das im Atlas nicht sichtbar, wenn die Nachmittagsbetreuung zur Gänze weggefallen ist, schon.

Um mehr Familien Vollzeitberufstätigkeit zu ermöglichen, fordert die AK, dass die Nachmittagsgebühren wieder abgeschafft, die Öffnungszeiten ausgeweitet und die Gemeinden finanziell besser unterstützt werden. Zudem verlangt sie ein verpflichtendes zweites Gratis-Kindergartenjahr.

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