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Kindergartenjahr 2017/18: Neue Rahmenbedingungen und Qualität im Mittelpunkt

14.09.2017

Zeitgleich mit den Schulen sind auch die Wiener Kindergärten und Horte ins neue Kindergartenjahr gestartet: Insgesamt stehen derzeit rund 86.200 öffentliche und private Kindergartenplätze für Kinder von 0 bis 6 Jahren zur Verfügung, davon 27.400 Plätze für 0 bis 3-Jährige. Weiters gibt es über 18.500 Hortplätze. Der Versorgungsgrad für 0 bis 3-Jährige liegt bei über 47 Prozent, bei 1 bis 3-Jährigen bei über 71 Prozent.

„Wien wächst und deshalb bauen wir auch laufend das Angebot an Plätzen aus – allein im aktuellen Kindergartenjahr 2017/18 werden rund 2.000 neue Plätze geschaffen“, betonte heute Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky im Rahmen eines Mediengespräches in einem MA10-Kindergarten in der Mittelgasse in Wien-Mariahilf. Neue Kindergarten-Standorte gibt es beispielsweise am Bildungscampus Attemsgasse, wo Anfang September ein neuer Kindergarten mit zwölf Gruppen seinen Betrieb aufgenommen hat.

Neue Projekte in ganz Wien

Gut im Zeitplan ist auch der Kindergarten in der Pötzleinsdorfer Straße 230 in Wien-Währing, der bis Frühjahr 2018 in zwei Phasen neu errichtet wird: Die ersten beiden Pavillons konnten bereits Ende August 2017 fertig gestellt werden. Vom Herbst 2017 bis zum Sommer 2018 wird das dritte Gebäude durch einen Neubau ersetzt. Nach der Fertigstellung wird der Kindergarten Platz für dreizehn Gruppen, insgesamt 270 Kinder, bieten.

Ende Oktober feiert ein weiterer Standort ein großes Eröffnungsfest: Der MA10-Kindergarten in der Hetzendorfer Straße 57 in Wien-Meidling wurde generalsaniert und bietet nun Platz für rund 110 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren. Auch eine Besonderheit konnte hier erhalten werden: An den Fassadenwänden des generalsanierten und denkmalgeschützten Gebäudes finden sich Reliefs mit Märchendarstellungen. Auch in der Gaullachergasse in Wien Ottakring und in der Ada Christen-Gasse in Wien-Favoriten wurden bestehende Standorte renoviert und neu errichtet sowie erweitert: In der Ada-Christen-Gasse stehen rund 100 Plätze für Kinder bis zu 10 Jahren (Hort) zur Verfügung, der Standort in der Gaullachergasse bietet ebenfalls über 100 Plätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren.

Darüber hinaus schaffen private Träger viele neue Kindergartenplätze: So zum Beispiel die St. Nikolausstiftung, die allein im Jahr 2017 insgesamt 155 neue Plätze geschaffen hat. So wurden unter anderem die Pfarrkindergärten in Essling und Leopoldau umgebaut, renoviert und teilweise erweitert. In Favoriten hat ein neuer Standort in der Pernerstorfergasse 67, der „Kindergarten Klara von Assisi“, mit 60 neuen Plätzen eröffnet. Die St. Nikolausstiftung betreibt derzeit 85 Standorte in ganz Wien, bildet und betreut rund 6100 Kinder mit ca. 1050 MitarbeiterInnen.

Neues gibt es aber auch bei den „Kindern in Wien“ (KIWI): Hier entstehen neue 700 Plätze, so zum Beispiel im 12. Bezirk, Altmannsdorfer Straße 104.

Auch die Wiener Kinderfreunde erweitern im neuen Kindergartenjahr ihr Angebot, so zum Beispiel mit einem neuen Standort in der Carlberggasse 95 in Wien-Liesing. Das Haus mit sieben Gruppen für 140 Kinder bietet unter anderem einen großen Garten und wird Anfang Oktober mit einem Fest eröffnet. Je 80 Plätze entstehen derzeit auch in der Stavangergasse in Wien-Donaustadt und in der Traviatagasse in Wien-Liesing. Die Wiener Kinderfreunde setzen auch im laufenden Jahr verstärkt auf den pädagogischen Schwerpunkt „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT)“. Weiters neu bei den Wiener Kinderfreunden: Interessierte PädagogInnen werden in der Marte Meo-Methode ausgebildet. Durch diese besondere Methode lernen Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten ihre eigene Entwicklungskraft zu aktivieren.

Die Schaffung neuer Standorte in ganz Wien wird auch von der Stadt finanziell unterstützt.

Kindertagesheimstatistik: Wien ist gut aufgestellt

Der laufende Ausbau des Angebotes macht Wien auch in der kürzlich veröffentlichten Kindertagesheimstatistik zum Spitzenreiter in ganz Österreich: Wien hat nicht nur die meisten Kinderbetreuungsplätze, sondern auch die längsten Öffnungszeiten und die wenigsten Schließtage von allen Bundesländern. Mit durchschnittlich 4,4 Schließtagen pro Jahr stehen Wiener Eltern die Betreuungseinrichtungen auch in Ferienzeiten zur Verfügung. „Das ist einzigartig in Österreich und ein wesentlicher Beitrag für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, so Czernohorszky. Zum Vergleich: in Niederösterreich haben die Kindergärten durchschnittlich mehr als sechs Wochen geschlossen, der österreichweite Durchschnitt liegt bei 22,3 Tagen.

bafep21: Ausbildungsmodelle sehr nachgefragt

Wien verfügt als einziges Bundesland über eine eigene Bildungseinrichtung für Elementarpädagogik (bafep21) und trägt damit wesentlich zur Sicherstellung des Bedarfs der PädagogInnen für die Wiener städtischen Kindergärten bei. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen am Standort ist groß. Bereits vor dem Sommer konnten 70 AbsolventInnen des BAfEP-Kollegs und des Lehrgangs für „Inklusive Elementarpädagogik“ ihre Diplomprüfungszeugnisse entgegennehmen. Heuer starten im September rund 220 Schülerinnen, Schüler und Studierende und im Februar weitere 130 Studierende in vier verschiedenen Ausbildungsmodellen.

Im nächsten Jahr werden AbsolventInnen eines weiteren neuen Ausbildungszweiges fertig: So schließen im Frühjahr die ersten AssistenzpädagogInnen ihre dreijährige Ausbildung ab. Damit wird zusätzliches pädagogisch ausgebildetes Personal die/den gruppenführende/n Pädagogin/en in der Kindergartengruppe unterstützen.

Novelle zum Kindergartengesetz

In Kürze geht auch die vor dem Sommer angekündigte Novelle des Kindergartengesetzes in Begutachtung: Dabei werden die Anforderungen an künftige KindergartenbetreiberInnen deutlich verschärft.

So wird das pädagogische Konzept der AntragstellerIn in den Vordergrund gerückt und soll auch gegenüber den Eltern transparent gemacht werden. Wird der Antrag auf den Betrieb eines Kindergartens gestellt, müssen ein pädagogisches Konzept auf Basis des Bildungsplans und ein Businessplan vorgelegt werden, die von MA11 (Amt für Jugend und Familie) und MA10 (Wiener Kindergärten) unter Beiziehung von Sachverständigen geprüft werden.

Die Angabe im pädagogischen Konzept, ob und welche religiöse Vermittlung stattfindet, wird nun verpflichtend festgeschrieben. Der Businessplan wiederum soll über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Auskunft geben: So soll eine bereits erfolgte Insolvenz ein Ausschließungsgrund für den Betrieb eines Kindergartens sein. Weiter intensiviert wird in die Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz: Die Auskunft zu jedem neuen Betreiber wird auf Basis der neuen gesetzlichen Grundlage erleichtert.

Gesetzlich neu verankert wird auch eine verstärkte Verantwortung der jeweiligen Kindergarten-Leitung: So werden eine zwingende Ausbildung von 100 Stunden in den Bereichen Konflikt-, Personalmanagement und Teamentwicklung, rechtliche und betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen und mehr Zusammenarbeit mit Eltern vorgeschrieben. Die jeweiligen LeiterInnen müssen mehr Kompetenz in Management und Führung entwickeln und zudem dafür sorgen, dass Eltern über die pädagogische Arbeit umfassend informiert werden und als BildungspartnerInnen stärker eingebunden werden.

„Unser Ziel bleibt und ist, ausschließlich mit qualitativ einwandfreien und wirtschaftlich abgesicherten Kindergartenbetreibern zusammen zu arbeiten“, betont Stadtrat Jürgen Czernohorszky.

Verstärkte Kontrolle und neues Fördersystem

Wie bereits vor dem Sommer angekündigt, wird auch die Kontrolle der Kindergärten vor Ort aufgestockt und effizienter: Dabei arbeiten Kontrolleinheiten von MA10 und MA11 verstärkt zusammen. Das Team der MA11-Kontrolle vor Ort wird bis Jahresende um 7 Personen auf insgesamt 20 aufgestockt. Darüber hinaus sind 19 Personen in der MA10 mit der Kontrolle der Förderungen befasst. Im Bedarfsfall werden ExpertInnen aus dem Integrationsbereich (MA17, Uni Wien) hinzu gezogen.

Im laufenden Jahr 2017 haben insgesamt 2.410 Kontrollen der MA 11 stattgefunden, insgesamt wurde 51 Einrichtungen die Bewilligung für den Betrieb eines Kindergartens entzogen bzw. die Fördervereinbarung beendet.

Weiters wird derzeit auch das Fördersystem für die Wiener Kindergärten umfassend überabeitet. „Ziel ist, eine neue Fördersystematik zu entwickeln, um den Einsatz der Mittel für die Wiener Kinder noch effizienter und zielgerichteter zu ermöglichen“, so Jürgen Czernohorszky. Diese Neustrukturierung wird derzeit mit Unterstützung externer ExpertInnen bis Jahresende erarbeitet.

Neuer Leitfaden und Studie „Islamkindergärten“

Vor kurzem online gegangen ist auch ein neuer Leitfaden der Stadt zum „Umgang mit Religionen, Weltanschauungen und Werten“. Als Ergänzung zum Wiener Bildungsplan enthält er Grundsätze und Grundwerte, die sich sowohl in den pädagogischen Konzepten und Leitbildern und im Alltag aller Kindergärten und Kindergruppen wiederfinden müssen.

„Mit diesem Leitfaden machen wir deutlich, welche Werthaltungen uns als Stadt in der pädagogischen Arbeit in unseren Kindergärten wichtig sind“, betont Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky. „Für die Umsetzung im Kindergartenalltag sind die PädagogInnen die besten ExpertInnen!“ Insgesamt sei klar: „Jeglicher Zwang, in welcher Form auch immer, hat im Kindergarten nichts verloren!“

Der Leitfaden wurde in Kooperation mit allen Religionsgemeinschaften konzipiert, an alle Kindergartenträger kommuniziert und steht im Internet zum Download zur Verfügung: https://www.wien.gv.at/bildung/kindergarten/pdf/ethik-kiga.pdf

Für Anfang Oktober ist schließlich auch die Präsentation der wissenschaftlichen Studie zu den islamischen Kindergärten in Wien geplant, die gemeinsam mit Minister Kurz in Auftrag gegeben wurde.

Forderungen an den Bund

Wien investiert weiterhin massiv in den Ausbau von neuen Kindergartenplätzen. Wien pocht auch auf eine rasche Finanzierungszusage von Familienministerin Karmasin für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. Der derzeit laufende Vertrag zur Finanzierung läuft Ende 2017 aus.

Wien spricht sich auch dafür aus, die derzeit im Familienministerium angesiedelten Kompetenzen für die Kindergärten ins Bildungsministerium zu integrieren. „Der Kindergarten ist eine Bildungseinrichtung, die Zusammenführung in einem Ressort würde viele positive Synergien und eine Verbesserung der Schnittstellen mit sich bringen“, so Czernohorszky abschließend.

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar.

Rückfragehinweis:
Michaela Zlamal
Mediensprecherin StR Jürgen Czernohorszky
+43 1 4000 81446
michaela.zlamal@wien.gv.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom

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