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Musikvolksschule künftig ohne Schulversuch

31.07.2018

Die Musikvolksschulen bzw. Musikvolksschulklassen sollen künftig nicht mehr als Schulversuche geführt werden. Durch die Ausweitung der Schulautonomie im Vorjahr seien die entsprechenden Regelungen obsolet geworden, hieß es aus dem Bildungsministerium zur APA. Zuvor hatten Musikrat und NEOS Kritik an der Streichung der Richtlinien für den Schulversuch geübt.

Im Zuge der Anfang des Jahres gestarteten Entrümpelung der Schulverwaltung hat das Bildungsministerium bisher 200 "obsolete und redundante" Rundschreiben und Erlässe gestrichen - darunter auch das Rundschreiben, das die "Allgemeinen Richtlinien für die Beantragung und Durchführung von Schulversuchen an Volksschulklassen mit musikalischem Schwerpunkt" regelt.

Der Österreichische Musikrat ortet daher in einer Aussendung eine "weitere Verschlechterung der Situation des Musikunterrichts " sowie "große Unsicherheit" bei Lehrern und Eltern in den betroffenen rund 430 Klassen. Ähnlich auch NEOS-Klubobmann Matthias Strolz: "Ob aus absichtlichem Kalkül oder aus Versehen aufgrund der völlig überhasteten Vorgangsweise bei der Rechtsbereinigung: Wieder einmal wird durch die Politik der ignoranten Federstriche enorme Unsicherheit geschaffen."

Drei Wochenstunden Musik

Mit dem Schulversuch werden an den Volksschulen statt einer Wochenstunde Musik pro Schulstufe im Regelfall jeweils drei Wochenstunden unterrichtet. Für die Aufnahme ist keine Eignungsprüfung nötig, sondern lediglich der Wunsch der Eltern.

Das soll auch künftig möglich sein, betont man im Bildungsministerium auf APA-Anfrage. Durch das Bildungsreformgesetz und den damit verbundenen Ausbau der Schulautonomie sei der Erlass nicht mehr nötig. Im Rahmen ihrer Autonomie könnten die Schulen den musikalischen Schwerpunkt auch ohne Schulversuch verankern.

Dafür gibt es drei Möglichkeiten, die zum Teil miteinander kombiniert werden müssen: Entweder wird die Stundentafel schulautonom abgeändert - dafür müssen dann aber Wochenstunden in einem anderen Gegenstand gestrichen werden (etwa Sachunterricht, Mathematik, Deutsch, Werken in der dritten und/oder vierten Schulstufe). Ebenfalls möglich ist der Einsatz unverbindlicher Übungen wie etwa Musikalisches Gestalten oder die Integration von musikalischen Inhalten in anderen Fächern (integrativer Unterricht).

Diese Möglichkeiten seien auch schon seit längerem bekannt: Sowohl die beabsichtigte Außerkraftsetzung des Erlasses als auch die schulautonome Gestaltung seien der zuständigen Schulaufsicht sowie den Fachinspektoren bereits im Herbst 2017 kommuniziert worden.

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