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Besonderes in Mathematik gab es heuer viele negative Beurteilungen © APA
Besonderes in Mathematik gab es heuer viele negative Beurteilungen © APA

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Nationalrat: Unterstützung für Nachfassen bei Matura

14.06.2018

Breite Unterstützung für Nachschärfungen bei der Zentralmatura gibt es im Nationalrat. Bei einer für parlamentarische Verhältnisse ungewohnt konstruktiven Debatte über einen NEOS-Antrag zur Reform der Zentralmatura plädierten die Abgeordneten quer durch die Parteien für Verbesserungen nach den diversen Pannenserien der vergangenen Jahre.

ÖVP und FPÖ brachten einen Entschließungsantrag ein, in dem Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) ersucht wird, die Zentralmatura einer Analyse zu unterziehen und Maßnahmen zu entwickeln, dass bei der Zentralmatura Besonderheiten der Schularten und der Praxistauglichkeit der Prüfungsaufgaben sichergestellt werden. Besonderes Augenmerk soll dabei auf Mathematik gelegt werden, wo es heuer wegen der komplizierten und textlastigen Fragestellungen besonders viele negative Beurteilungen gab.

Die Idee der Zentralmatura sei grundsätzlich eine gute Idee, meinte ÖVP-Bildungssprecher Rudolf Taschner. Sie sei allerdings eine "Spielwiese" für selbst ernannte Bildungsexperten geworden. Taschner beklagte vor allem das mangelnde Mathematik-Wissen vieler angehender Studenten. Nachdem die Bildungsministerinnen der vergangenen Regierungen bei der Zentralmatura gegenüber Reformvorschlägen das Motto "nein, weiter so" vertreten hätten, habe man nun die Chance und Möglichkeit über Neuerungen nachzudenken, so Taschner.

Regierung bekennt sich zu Zentralmatura

FPÖ-Bildungssprecher Wendelin Mölzer erklärte, dass sich die Regierung zur Zentralmatura bekenne, man sich aber die Durchführungsbestimmungen und Beurteilungskriterien anschauen werde. Bei der Mathematikmatura gebe es etwa Probleme mit der Textlastigkeit der Beispiele und man werde sich auch anschauen, ob die Mathematik-Matura in einem sprachlichen Gymnasiums gleich schwer sein muss wie in einem Realgymnasium, wo es deutlich mehr Mathematikstunden gibt. Schule habe bis zu einem gewissen Grad auch die Aufgabe zu selektieren, das sollte aber schon vorher passieren und nicht erst bei der Zentralmatura, so Mölzer.

SPÖ-Bildungssprecherin und Ex-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid wies darauf hin, dass das Projekt noch jung sei und im Vollausbau erst drei Jahrgänge die Zentralmatura absolviert hätten. "Evaluieren, nachschärfen, noch besser werden" sei aber grundsätzlich unterstützenswert. Hammerschmid sagte, dass man bei einer Reform auch darüber nachdenken sollte, die Jahresnoten in die Matura-Beurteilung einfließen zu lassen. In Bayern sei dies etwa der Fall. Das wäre eine Möglichkeit, um punktuelle Tagesverfassungen ausmerzen zu können.

NEOS-Abgeordnete Claudia Gamon plädierte für eine "teil-zentrale Matura". Liste Pilz-Mandatarin Stephanie Cox argumentierte ebenfalls für Nachschärfungen bei der Reifeprüfung.

Koalitionsantrag stach jenen der NEOS

Keine Mehrheit hat im Nationalrat der Dringliche Antrag der NEOS für eine Reform der Zentralmatura gefunden. Lediglich die Liste Pilz ging bei diesem mit. Der Harmonie im Plenum in dieser Frage tat dies aber keinen Abbruch: Der Entschließungsantrag der Koalition, der ebenfalls auf Verbesserungen bei der Reifeprüfung abzielt, wurde einstimmig angenommen.

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