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Moser fordert Einrichtung einer zentralen Stelle für Mittel © APA (Neubauer)
Moser fordert Einrichtung einer zentralen Stelle für Mittel © APA (Neubauer)

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Neue Diakonie-Direktorin erhob erste Forderungen an Regierung

12.09.2018

Die neue Direktorin der evangelischen Diakonie, Maria Katharina Moser, ist nun erstmals mit Forderungen an die Regierung an die Öffentlichkeit getreten. Sie legte dabei einen ersten Schwerpunkt auf Kinderrechte und wünschte sich unter anderem einen Rechtsanspruch auf sogenannte assistierende Technologien für junge Menschen mit Behinderung. Der Hilfsmittelkatalog dafür gehöre aktualisiert.

Um den Bedarf an modernen Technologien zu unterstreichen, hatte Moser den Achtjährigen Volksschüler Liam Weingartner und dessen Mutter Kerstin Weingartner eingeladen. Der "Einser-Schüler", der die dritte Klasse besucht, ist auf einen Sprachcomputer angewiesen. Seine Fertigkeiten darauf demonstrierte er gleich eindrucksvoll: Unter anderem beantwortete er damit Fragen nach seinem Lieblingsfach ("Sachunterricht") und seinem Berufswunsch ("Polizei").

Rechtsanspruch auf Technologien gefordert

Die Anschaffung derartiger Technologien sei allerdings teuer, betonten Moser und die betroffene Mutter. Rund 17.000 Euro koste der Sprachcomputer, auch die dafür notwendigen Behördenwege seien anstrengend. Die Diakonie-Direktorin forderte daher von der Regierung einen Rechtsanspruch auf solche Technologien. Zudem müsse eine zentrale Stelle eingerichtet werden, um problemlos zu den Mitteln zu gelangen.

Dass es solche Technologien gibt, wisse längst nicht jeder oder jede Betroffene, berichtete Moser. Viele würden etwa über die Diakonie davon erfahren. Der aktuelle offizielle Hilfsmittelkatalog stamme zudem aus dem Jahr 1994 und gehöre "dringend auf den neuesten Stand gebracht". Zutrauen und Wertschätzung seien für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, wichtig, betonte sie - aber genauso eine "solide materielle Basis".

Konkrete Anliegen an die Politik hat Moser daher auch in weiteren Bereichen. Etwa den flächendeckenden Ausbau sogenannter "früher Hilfen", die jungen Müttern beim Aufziehen ihrer Kinder zur Hand gehen. Eine weitere Forderung betrifft einen "Chancenindex" für "benachteiligte Schulstandorte", der unter anderem Bildungsstand, Beruf und Einkommen der Eltern umfasst. Diese Schulen würden dann entsprechend mehr finanzielle Unterstützung bekommen.

Noch hat Moser, die erst seit kurzem die Leitung der Diakonie von Michael Chalupka übernommen hat, ihre Anliegen der Regierung nicht vortragen können. Sie hofft auf eine Möglichkeit im Rahmen der traditionellen Advents-Aktion - wenn die evangelische Hilfsorganisation Adventkränze auch an die Vertreter der Politik überreicht.

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