Bildung

Maurer schließt sich Empfehlung des Deutschen Wissenschaftsrats an © APA (Punz)
Maurer schließt sich Empfehlung des Deutschen Wissenschaftsrats an © APA (Punz)

APA

Nur 15 Prozent der Fachhochschul-Lehrenden sind hauptberuflich tätig

10.07.2017

85 Prozent des wissenschaftlichen Personals an österreichischen Fachhochschulen (FH) sind nebenberuflich angestellt. Dieser Anteil sei zu hoch, um eine ausreichende Qualität von Lehre und Forschung zu bieten, erklärte die Wissenschaftssprecherin der Grünen, Sigrid Maurer, vor Journalisten in Wien. Die Grünen fordern deshalb einen massiven Ausbau des FH-Stammpersonals.

Maurer hat im Rahmen von parlamentarischen Anfragen den Personalstand von 21 FH für das Studienjahr 2015/16 erhoben, einzig die Militärakademie verweigerte die Auskunft. Demnach stehen 12.645 Externen 2.030 Personen mit Fixanstellung gegenüber, das sind 15 Prozent. Von diesen sind weniger als zwei Drittel Vollzeit an der FH angestellt, ein Viertel arbeitet 20 oder weniger Stunden für die FH.

Im Schnitt übernehmen hauptberuflich angestellte Lehrende 40 Prozent der Semesterwochenstunden. Einer Empfehlung des Deutschen Wissenschaftsrats zufolge sollten es aber 80 Prozent sein. Hier ist österreichweit die FH Kärnten mit 58 Prozent Eigen-Lehr-Anteil federführend, den geringsten Anteil hat die FH bfi Wien mit 13 Prozent.

Indikator für Qualität von Lehre und Forschung

"Wir fordern einen massiven Ausbau des Stammpersonals", schließt sich Maurer der Empfehlung des Deutschen Wissenschaftsrats an. Der Anteil der hauptberuflich angestellten Personen sei ein wichtiger Indikator für die Qualität der wissenschaftlichen Lehre und Forschung. Durch die "prekären Dienstverhältnisse", in denen ein Großteil der Nebenberufler tätig sei, wären sie in die Abläufe und Prozesse an den FH weniger eingebunden. Außerdem seien sie oft nicht ausreichend qualifiziert, da für ihre Einstellung keine standardisierten Qualifikationen wie eine pädagogische Ausbildung nötig seien.

"Es gibt große Unterschiede zwischen den Fachhochschulen. Insbesondere jene, die in der Forschung gut aufgestellt sind, haben in der Regel auch mehr Stammpersonal", so Maurer. Auch die Qualifikation des Personals sieht Maurer verbesserungswürdig: 56 Prozent des Stammpersonals haben einen niedrigeren Abschluss als ein Doktorat oder PhD, nur vier Prozent sind habilitiert.

Keine verbindlichen Frauenförderungspläne

Problematisch sei zudem, dass es im Gegensatz zu den Universitäten an Fachhochschulen keine verbindlichen Frauenförderungspläne gebe. Der Frauenanteil beim Personal beträgt durchschnittlich 34 Prozent.

"Es gibt zu viele Externe, die Qualifikation ist durchaus verbesserungswürdig, es gibt keine allgemeingültigen Standards für Berufungen, und der Frauenanteil ist sehr niedrig", resümierte Maurer. Die Forderung der Grünen umfasst deshalb den Ausbau des Stammpersonals, eine Verbesserung der Qualifikation desselben, eine Steigerung des Frauenanteils, sowie allgemeingültige Standards für Berufungen.

Weitere Meldungen aus Bildung
APA
Partnermeldung