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Von "Chancenindex" bis zu stärkeren Kernkompetenzen © APA (dpa)
Von "Chancenindex" bis zu stärkeren Kernkompetenzen © APA (dpa)

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OECD: Unterschiedliche Schlüsse aus Studie

12.09.2017

Unterschiedliche Schlüsse aus der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2017" ziehen Wissenschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP) und der Grüne Bildungssprecher Harald Walser. Mahrer will im Schulbereich Deutschkenntnisse und Kernkompetenzen forcieren sowie an den Hochschulen eine Studienplatzfinanzierung einführen. Walser plädierte für einen "Chancenindex" für Schulen sowie eine gemeinsame Schule.

"Im Schulbereich müssen wir den Fokus stärker auf den Beginn der Bildungskarriere legen, Talente fördern und schwächere Schüler unterstützen", so Mahrer in einer Aussendung. Deutschkenntnisse und die Vermittlung jener Kernkompetenzen, die für eine weitere Bildungslaufbahn unerlässlich sind, seien entscheidend. Im Hochschulbereich sieht er "Nachholbedarf bei den schlechten Betreuungsverhältnissen, dem niedrigen Anteil von Doktoratsabschlüssen und den zu hohen Abbruchraten". Sein Rezept: Die rasche Einführung einer Studienplatzfinanzierung inklusive Zugangsregelungen.

Kritik an geringer Zahl an "Bildungsaufsteigern"

Walser wiederum nannte die vergleichsweise geringe Zahl an "Bildungsaufsteigern" ein "Alarmsignal". Brennpunktschulen wiederum bräuchten aufgrund der Zusammensetzung ihrer Schülerschaft Investitionen, die durch zusätzliche Mittel über einen "Chancenindex" gesichert werden soll. Darüber hinaus müsse auch nach der Volksschule eine gemeinsame Schule eingeführt und sich die Lehrerausbildung auf "die Herausforderungen in einem heterogenen Klassenzimmer" konzentrieren.

Ähnlich äußerte sich NEOS-Chef Matthias Strolz, der sich auch über den seltenen "Bildungsaufstieg" in Österreich ärgerte. Kurzfristig sei es "notwendig, allen Schulstandorten finanzielle Mittel für diese Herausforderung zur Verfügung zu stellen". Er regte 400 Mio. Euro für einen sogenannten "Chancen-Bonus" an, wodurch zusätzliche Mittel für Schulen anhand des Bildungshintergrundes der Eltern bemessen werden.

Die Arbeiterkammer (AK) verlangte eine weitere Förderung des Ausbaus der Kinderbetreuung und die Einführung eines zweiten Gratiskindergartenjahrs. Und eine Schnittmenge mit Grünen und NEOS gibt es auch: AK-Chef Rudi Kaske will über einen "Chancenindex" ebenfalls jenen Schulen mehr Geld zukommen lassen, an denen Eltern ihren Kindern nicht selbst beim Lernen helfen können.

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