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OECD: Unterschiedliche Schlüsse aus Studie

11.09.2018

Unterschiedliche Schlüsse aus der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2018" ziehen Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), SPÖ und NEOS. Faßmann will etwa bei den mangelnden Deutschkenntnissen vieler Migranten ansetzen, um die "gleichberechtigte Teilhabe von allen Kindern und Jugendlichen zu fördern und eine gute Integration junger Menschen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt sicherzustellen".

Die Studie versammelt auf 580 Seiten zahlreiche Daten aus dem Bildungsbereich - dementsprechend breit gefächert sind auch die Reaktionen darauf. Schwerpunkt der heurigen Ausgabe war die Chancengerechtigkeit in der Bildung. So weisen etwa im Inland geborene Personen sowohl höhere Bildungsabschlüsse als auch höhere Beschäftigungsquoten als im Ausland geborene auf. "Oft sind es mangelnde oder schlechte Deutschkenntnisse, die die schulische Laufbahn von Kindern, die aus dem Ausland zu uns kommen, begleiten", so Faßmann in einer Aussendung. "Umso wichtiger ist es, genau hier anzusetzen und gezielt jene Kinder und Jugendlichen zu fördern, die unzureichende Kenntnisse der Unterrichtssprache aufweisen."

SPÖ rückt soziale Selektivität in den Vordergrund

Einen anderen Aspekt in Sachen Chancengerechtigkeit rückt die SPÖ in den Vordergrund: Die Studie zeige klar, dass das Hochschulsystem in Österreich sozial selektiv wirke, so Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl. Die im Oktober anstehende Ausweitung der Studiengebühren auf berufstätige Langzeitstudenten werde dazu führen, dass sich die soziale Selektion und der unterschiedliche Zugang von Akademikerkindern und Kindern aus bildungsfernen Schichten zur Hochschule noch weiter verschärfe.

NEOS-Wissenschaftssprecherin Claudia Gamon will zur Verbesserung der sozialen Durchlässigkeit dagegen umgekehrt allgemeine Studienbeiträge einführen. In Form eines Modells nachgelagerter (erst nach dem Studium bei entsprechendem Einkommen fälliger, Anm.) Studiengebühren wären diese kombiniert mit einer echten kapazitätsorientierten Studienplatzfinanzierung sozial treffsicherer und für die Hochschulen besser planbar.

Die Industriellenvereinigung wiederum mahnte unter anderem Maßnahmen ein, um frühem Bildungsabbruch massiv entgegenzuwirken - vor allem bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Der Anteil von 24 Prozent an 15- bis 29-Jährigen, die weder in einer Ausbildung noch berufstätig (not in employment, education or training, kurz: NEET), bei jungen Migranten übersteige etwa jenen von acht Prozent bei jungen Menschen ohne Migrationshintergrund deutlich", so Generalsekretär Christoph Neumayer. Das sei weder gesellschaftspolitisch noch volkswirtschaftlich hinzunehmen.

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