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Übergewichtige Kinder entwickeln schneller Diabetes als Erwachsene © APA (dpa)
Übergewichtige Kinder entwickeln schneller Diabetes als Erwachsene © APA (dpa)

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Programm soll Schülern Bewegung und Ernährung näher bringen

06.09.2017

41 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind laut WHO weltweit übergewichtig oder fettleibig, davon in Europa zwölf bis 16 Millionen. "Dicke Kinder sind die kranken Erwachsenen von morgen", sagte Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen sowie der Ärztekammer für Wien, bei einer Pressekonferenz. Das Projekt EDDY-young soll Abhilfe schaffen.

EDDY-young ist eine Initiative des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin (ÖAIE). Im Rahmen einer Studie bekamen an zwei Wiener Volksschulen acht bis zehn Jahre alte Mädchen und Buben im regulären Unterricht zusätzlich acht Stunden zum Thema Ernährung sowie 16 Sporteinheiten pro Semester. Man könne so "nicht nur das Wissen und Bewusstsein über Ernährung und Bewegung verändern, sondern auch die physische Performance", betonte Kurt Widhalm, ÖAIE-Präsident und Leiter des Projekts.

Motorische Leistungen verbessert

Nach den ersten sechs Monaten zeigte sich eine Verbesserung der sportmotorischen Leistungen. Der BMI (Body Mass Index) verbesserte sich. Auch beim Wissen über Ernährung gab es eine Steigerung. Nach zwölf Monaten war eine erneute Verbesserung der sportlichen Leistung festzustellen, der Anteil des Körperfetts in der Interventionsgruppe konnte deutlich gesenkt werden. Gleichzeitig wurde der Anteil der Muskelmasse gesteigert.

Übergewichtige Jugendliche entwickeln schneller Diabetes als Erwachsene, erklärte Widhalm. Kinder profitierten von gutem und gezieltem sportlichen Training. Als Erwachsene sei es schwieriger, eine physische Verbesserung zu erreichen. Auch die psychischen Probleme, die aufgrund einer Isolation entstehen könnten, dürften nicht unterschätzt werden.

Gesundheitserziehung in Schulen gefordert

Die Einbeziehung der Eltern bereite gewisse Probleme, sagte Widhalm. Lehrer seien meist motiviert und arbeiteten mit. Wichtig sei aber auch, was daheim passiere. Er würde das Projekt gerne weiterführen und langfristig in den Unterricht integrieren, verwies aber auf Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Österreich tue relativ wenig für Prävention und gebe weniger Geld dafür aus als der OECD-Schnitt, kritisierte Szekeres. Er forderte Gesundheitserziehung in Schulen, um "Kindern Basiswissen über Ernährung und Bewegung näherzubringen".

Ergänzt wird das Programm durch eine Smartphone-App, mit der die Schüler ihr Wissen vertiefen können. Sogenannte Callys werden mit gesunden und ungesunden Lebensmitteln gefüttert. Dadurch können die Auswirkungen der Nahrung beobachtet werden. Am Ende der Woche ist die Figur dicker oder dünner und hat mehr oder weniger Energie. Die App enthält auch Quizfragen zu den Inhalten aus dem Unterricht.

Die Leistungen wurden mit einem Motoriktest überprüft. Insgesamt nahmen 160 Schüler an dem Projekt teil.

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