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Umsetzung der Vorhaben wird in Etappen erfolgen © APA (Fohringer)
Umsetzung der Vorhaben wird in Etappen erfolgen © APA (Fohringer)

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Schulautonomie in Begutachtung - Einstieg in Sozialindex

17.03.2017

Das Schulautonomiepaket bringt auch zumindest einen Einstieg in eine Ressourcenzuteilung auf der Grundlage eines Sozialindex. Die Details müssen allerdings noch in einer Verordnung festgelegt werden.

Wie bisher werden die Ressourcen an die Schulen auch künftig in einem zweistufigen Verfahren vergeben - zunächst vom Ministerium an die Bildungsdirektionen, die diese wiederum an die Schulen zuweist. Für die Weitergabe an die Schulen sind dann die im Gesetz festgelegten Kriterien Schülerzahl, Bildungsangebot, sozioökonomischer Hintergrund, Förderbedarf bzw. Alltagssprache der Schüler sowie regionale Bedürfnisse maßgeblich. Zum sozioökonomischen Hintergrund kann die Ministerin wiederum bestimmte Kriterien festlegen, die auf eine Bildungsbenachteiligung hinweisen, etwa der Bezug von Sozialhilfe oder ein niedriger Bildungsgrad der Eltern.

Hammerschmid betonte Inhalte der Reform

Die zentralen Punkte der Reform verteidigte Sonja Hammerschmid. Die Möglichkeit der Schul- bzw. Clusterleiter, größere bzw. kleinere Gruppen zu bilden, sei definitiv kein Sparpaket. "An der Ressourcenzuteilung ändert sich nichts." Das habe man im Gesetz extra festgehalten. Der Schul- bzw. Clusterleiter solle die Möglichkeit haben, etwa Klassen für einen Vortrag über das Sonnensystem zusammenzufassen und dann in kleineren Gruppen einen Parcours zum Thema absolvieren zu lassen, ohne einen Schulversuch dafür beantragen zu müssen.

Auch im Zusammenschluss von Schulen zu Clustern sah Hammerschmid Vorteile. So könnten kleine Standorte erhalten und das pädagogische Angebot verbessert werden. Derzeit würden dort etwa in Deutsch und Englisch ausgebildete Lehrer auch Mathematik und Sport unterrichten, weil es niemanden anderen dafür gebe. Mit der Möglichkeit des wechselweisen Einsatzes der Lehrer in den Clustern erwartet sie sich eine Reduktion des fachfremden Unterrichts.

Erste "Leuchtturmschulen" sollen bald starten

Die Umsetzung der Reform soll in Etappen erfolgen. Erste "Leuchtturmschulen", die Autonomiekonzepte bereits im Rahmen von Schulversuchen erproben, sollen bereits im kommenden Schuljahr damit beginnen können. Endgültig umgestellt sein werde das System aber erst in fünf bis zehn Jahren, so Hammerschmid. Die einzelnen Gesetze zur Autonomie treten mit 2017 bzw. 2018 in Kraft. Die neuen Bildungsdirektoren können ab 1. Jänner 2018 bestellt werden, die Bildungsdirektionen als neue Behörden mit Anfang 2019 eingerichtet sein.

Die Möglichkeit, dass sich die Landeshauptleute wieder per Landesgesetz zu Präsidenten der Bildungsdirektionen küren lassen, könnte übrigens durchaus genutzt werden. Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) ortete "durchaus Vorteile, die Präsidentschaft anzunehmen, vor allem wenn der Landeshauptmann die Bildungsagenden im Land wahrnimmt". Derzeit ist der Landeshauptmann automatisch Präsident des Landesschulrats.

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