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Slowakischer Theologe wegen Rede auf Schwulenparade bestraft

11.09.2017

Die Evangelische Kirche der Slowakei hat einem Theologen Lehrverbot erteilt, weil er sich öffentlich für die Rechte Homosexueller einsetzte. Damit löste sie Proteste und Diskussionen in den Medien aus.

Wenn die Kirche nicht bereit sei, die akademische Freiheit staatlicher Universitäten zu akzeptieren, solle sie sich ihre eigenen Kirchenschulen einrichten, forderte die liberale Tageszeitung "Dennik N" am Montag. Die Presseverantwortlichen der evangelischen Kirche der Slowakei äußerten sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa zunächst nicht zu dem Fall.

Der bisher an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bratislava lehrende Universitätsassistent Ondrej Prostrednik hatte im August auf der alljährlichen Schwulenparade Bratislava Pride gesprochen und mehr Offenheit der Kirche gegenüber sexuellen Minderheiten verlangt. Er berief sich dabei ausdrücklich auf Heinrich Bedford-Strohm, den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland. Dieser habe dieselbe Forderung erhoben.

In Interviews verschiedener Zeitungen warf Prostrednik der Evangelischen Kirche der Slowakei vor, den Anschluss an "modernere Tendenzen" evangelischer Kirchen in Deutschland und anderen europäischen Ländern zu verlieren.

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