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Smartphones und Tablets ersetzen immer mehr das traditionelle Kinderbuch © APA (dpa)
Smartphones und Tablets ersetzen immer mehr das traditionelle Kinderbuch © APA (dpa)

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Tablet statt Bilderbuch: Uni Graz erforscht digitale Welt von Kindern

07.01.2019

Sie liegen im Buggy und werden vom Tablet unterhalten, während ihre Eltern shoppen: Die Nutzung digitaler Medien ist in den vergangenen Jahren weit ins Kleinkindalter vorgerückt. Dominierte früher allerdings das Fernsehen, so sind es heute vor allem Smartphones und Tablets, die das traditionelle Bilderbuch ersetzen. Die digitale Welt von Kindern ab 18 Monaten untersuchen nun Grazer Forscher.

Die Mediennutzung von Kindern hat sich in den vergangenen Jahren verändert, wie die Universität Graz am Montag in einer Aussendung festhielt. "Schon 18 Monate alte Kleinkinder schauen Filme auf YouTube an, Zweijährige spielen mit den Smartphones der Eltern", weiß Catherine Walter-Laager, Professorin für Elementarpädagogik an der Uni Graz. Die bisherige Forschung gebe allerdings kaum Antworten auf die Frage, wie sich die Nutzung dieser Medien auf die Entwicklung und Gesundheit von Kleinkindern ab dem Alter von eineinhalb Jahren auswirkt.

Beeinflussung durch digitale Medien sei "naheliegend"

Es sei "naheliegend", dass durch die intensive Beschäftigung mit digitalen Medien die Entwicklung der Kleinen beeinflusst wird, da sie beispielsweise weniger Zeit mit Bewegung und Spielen verbringen, erklärte die Leiterin des Arbeitsbereiches Elementarpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaften der Uni Graz. Ein Team aus Elementarpädagogen und Psychologen will gemeinsam mit Kollegen der Medizinischen Universität Graz die Konsequenzen des Medienkonsums bei Kleinkindern im Detail erforschen.

Dafür werden noch Probandinnen und Probanden gesucht: Melden können sich Eltern mit ihren 18 bis 30 Monate alten Kindern. "Egal, welche Rolle Smartphone und Tablet zu Hause spielen", hieß es vonseiten der Pressestelle der Uni Graz. Bei den Kleinen werden in unterschiedlichen Situationen - etwa beim Herumtollen, beim Buchanschauen und beim Medienkonsum - Herzrate und Stresslevel - ermittelt. Die Eltern werden wiederum gebeten, einen umfassenden Fragebogen auszufüllen und das Spielverhalten ihrer Sprösslinge zu dokumentieren. Als Entschädigung für die Teilnahme gibt es 70 Euro pro Familie.

Service: Interessenten für die Studie "Kleinkinder in der digitalen Welt - KiddiW" können sich bei Karoline Rettenbacher unter kiddiw@uni-graz.at melden.

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