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Wiener Uni-Kurs für geflüchtete Lehrer geht in zweite Runde

28.11.2018

Bildungswissenschafter der Universität Wien haben im Vorjahr einen Zertifikatskurs gestartet, um geflüchteten Lehrern den Einstieg in Wiener Schulen zu ermöglichen. Für 2018 stand das Projekt mangels Finanzierung auf der Kippe. Dank Spenden von Privatpersonen geht der Kurs nun doch in eine zweite Runde, laut Aussendung der Uni Wien konnten 23 Teilnehmer Mitte Oktober ihre Ausbildung beginnen.

Neun Frauen und 14 Männer haben diesmal das mehrstufige Aufnahmeverfahren bestanden und die erforderlichen Deutschkenntnisse nachgewiesen. Viele von ihnen haben in ihrer Heimat Fächer wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik unterrichtet. Voraussetzung für die Kursteilnahme ist eine Ausbildung zumindest auf Bachelor-Niveau in Fächern, die für österreichische Schulen relevant sind, sowie Unterrichtserfahrung. Außerdem muss ihnen bereits eine Asylberechtigung oder subsidiärer Schutz zugesprochen worden sein.

Im Kurs "Bildungswissenschaftliche Grundlagen für Lehrkräfte mit Fluchthintergrund" lernen sie nun in zwei Semestern allgemeine bildungswissenschaftliche Grundlagen, Teil der Ausbildung sind auch Praktika an neun Wiener Schulen im Ausmaß von 250 Stunden. Die meisten Absolventen des ersten Zertifikatskurses vom Vorjahr haben laut Uni Wien bereits Stellen an Wiener Schulen, auch um kurzfristig entstandene Personallücken zu schließen.

Laut dem wissenschaftlichen Leiter des Kurses, Gottfried Biewer, hat nur die "starke Zivilgesellschaft" Österreichs den zweiten Durchgang des Kurses möglich gemacht. Deren Unmut über "die in letzter Zeit abnehmende Bereitschaft staatlicher Stellen zur Förderung notwendiger Maßnahmen zur Integration Geflüchteter" habe zu einem "ungewöhnlich hohen Spendenaufkommen durch Privatpersonen" geführt.

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