Bildung

Partnermeldung

uniko sieht in Zukauf von Medizinstudienplätzen „Sündenfall“

05.12.2017

Mit Unverständnis reagiert der Präsident der Universitätenkonferenz, Rektor Oliver Vitouch, auf die bekannt gewordenen Pläne des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), via Ausschreibung Lehrleistungen an einer privaten Medizinuniversität zuzukaufen. "Es handelt sich dabei um einen gefährlichen Präzedenzfall, der zur Nachahmung einlädt und damit zum Sündenfall der für die öffentlichen Universitäten zuständigen Bundespolitik werden könnte", warnt Vitouch. Wenn sich hinter dieser unerwarteten und klammheimlichen Initiative ein Deal des BMWFW mit der Salzburger Landespolitik – sie ist einer der Financiers der privaten Medizinuniversität Salzburg – verbergen sollte, so wäre dies ein abschreckendes Beispiel für "austriakische Kirchturmpolitik".

Der Präsident der uniko macht darauf aufmerksam, dass durch den Einsatz von Bundesmitteln zur Finanzierung von Privatuniversitäten auch die bisherigen Bemühungen um einen österreichischen Hochschulplan ad absurdum geführt werden. Zudem würde damit großteils eine betuchte Klientel gefördert, die bereit ist, für das Studium an einer Privatuniversität hohe Gebühren (rund 15.000 Euro pro Jahr) zu zahlen. "All das steht im Widerspruch zur viel beschworenen sozialen Dimension und zum Prinzip, die Leistung und nicht die Brieftasche über den Studienerfolg entscheiden zu lassen", betont Vitouch.

Die uniko sieht daher Handlungsbedarf beim Gesetzgeber: In Privatuniversitäten sollen keine öffentlichen Mittel fließen, auch nicht durch Länder und Gemeinden. Vitouch: "Während wir darüber in großen Stakeholderrunden im BMWFW verhandeln, poppt hinter den Kulissen plötzlich eine Bundesfinanzierung für eine Privatuni auf. Das ist maximal unschön." Die Novellierung des Privatuniversitätengesetzes werde damit zur dringlichen Aufgabe für eine kommende Regierung, denn: "Wenn sich dieses föderale 'Wünsch Dir was' strukturell fortsetzt, wird es richtig teuer", fügt der Präsident hinzu. Die uniko hat zum Thema Privatuniversitäten bereits im Mai dieses Jahres ein Positionspapier erarbeitet. Darin wird eine Regelung empfohlen, die sicherstellt, dass Privatuniversitäten zur Gänze aus privaten Mitteln finanziert werden.

Positionspapier der uniko: [https://www.ots.at/redirect/uniko1] (https://www.ots.at/redirect/uniko1)

Rückfragehinweis:
   Manfred Kadi
   Pressereferent 
   Österreichische Universitätenkonferenz
   Floragasse 7/7
   1040 Wien
   Tel.: +43 (0)1 310 56 56 - 24
   Fax: +43 (0)1 310 56 56 - 22
   Email: manfred.kadi@uniko.ac.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1173/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

STICHWÖRTER
Bildung  | Hochschulwesen  | Universitäten  | Finanzen  | Politik  | Wissenschaft  | Medizin  |
Weitere Meldungen aus Bildung
APA
Partnermeldung