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1918/2018 - Salzburger Festspiel-Symposium beleuchtet "Zeitenwenden"

30.07.2018

Mit den Zeitenwenden 1918 und 1938 befasst sich das heurige Festspiel-Symposium der Freunde der Salzburger Festspiele. Kuratiert von Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler soll an drei Vormittagen beleuchtet werden, wie stark Kunst, Politik und Ideologie während dieser Umbrüche mit den Festspielen verwoben waren. Die Veranstaltungen im Schüttkasten werden von Michael Kerbler moderiert.

Die Festspielidee von Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt war ein Projekt, das bewusst gegen die Identitätskrise und den Werteverlust durch den Ersten Weltkrieg gesetzt wurde. In diesem Sinne gehörten die Salzburger Festspiele, so der englische Historiker Eric Hobsbawm, "ihrem Ursprung nach zum Todesröcheln der Donaumonarchie", heißt es in der Ankündigung des unter diesen Titel laufenden ersten Veranstaltung (morgen, 31. Juli, 10 Uhr). Als Referenten sind die Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi, Alt-Bundespräsident Heinz Fischer und der Germanist Norbert Christian Wolf geladen.

Symbol der Unabhängigkeit Österreichs

Der zweite Termin (Donnerstag, 9. August, 10 Uhr) steht unter dem Titel "Der Geschmack der Vergänglichkeit" und konzentriert sich auf die Zeit zwischen 1934 und 1937, als die Salzburger Festspiele "das in die Welt getragene Symbol der nationalen und kulturellen Unabhängigkeit Österreichs" repräsentierten und sich die Salzburger Festspiele als "Gegen-Bayreuth" positionierten, wo das Österreichische, das Klerikale und das Jüdische präsent waren. "Das Schönste an diesen Festspielsommern ist es, dass jeder der letzte sein kann", merkte Max Reinhardt im Sommer 1937 bei einem Empfang auf Schloss Leopoldskron an: "Man spürt den Geschmack der Vergänglichkeit auf der Zunge." Darüber sprechen der Politikwissenschafter Anton Pelinka, der Historiker Robert Kriechbaumer und Autor Daniel Kehlmann.

"Frei und deutsch sei die Stadt Mozarts" lautet der Titel des dritten Termins, der sich am 16. August (10 Uhr) mit den Festspielen nach dem "Anschluss" befasst. Politik und Presse versprachen einen von "artfremden Einflüssen" befreiten Neubeginn. "Die Festspiele waren bisher ein jüdischer Hexensabbat", hieß es, nun aber repräsentierten sie "den Sieg über diese Mächte der Unterwelt und die Auferstehung der alten, urewig deutschen Stadt Salzburg." "Jedermann" wurde vom Spielplan verbannt, Max Reinhardts spektakulärer "Faust" in der Felsenreitschule durch "Egmont" ersetzt. Dennoch blieben 1938 von den zehn Produktionen des Jahres 1937 sechs auf dem Spielplan. Zum Thema sprechen der Journalist Gerhard Jelinek, der Historiker und Germanist Gert Kerschbaumer und die Autorin Maja Haderlap.

Zu Beginn jeder Veranstaltung liest Elisabeth Trissenaar literarische Texte aus der Zeit. Alle drei Termine sind bereits ausgebucht.

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