Kultur & Gesellschaft

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1918/2018: Geschichtsvermittlung im Jubiläumsjahr

22.12.2017

Anlässlich des Gedenkjahres 2018 finden in Wien und den Bundesländern zahlreiche Projekte zur Geschichtsvermittlung statt, die den Wandel von 1918 thematisieren oder sich mit den politischen Folgen und den Auswirkungen des Umbruchs auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung beschäftigen. Höhepunkt ist die Eröffnung des Haus der Geschichte Österreich (HGÖ) zum 100. Geburtstag der Republik.

Ein "Haus der Geschichte" gibt es im Museum Niederösterreich (St. Pölten) bereits seit September. Die erste Schwerpunktausstellung "Die umkämpfte Republik - Österreich 1918-1938" läuft noch bis 24. März 2019 und wird vom monatlichen Zeitzeugenforum "Erlebte Geschichte" und dem Format "Haus der Geschichten" (jeden 3. Sonntag im Monat) begleitet. Am 30. Jänner findet eine Historiker-Doppelconference mit Musikbegleitung vom Orginalklang!Orchester zum Thema "Lager-Feuer. Warum die Erste Republik scheiterte" mit den "original Wiener Zeitenwandlern" Martin Haidinger und Karl Vocelka statt.

Die Landesgalerie Linz zeigt ab 7. Februar die zeitgeschichtliche Sonderausstellung "Zwischen den Kriegen. Oberösterreich 1918-1938" im Schlossmuseum Linz, in der die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklungen des Landes Oberösterreich aufgearbeitet werden. Mit der Verwundetenversorgung vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs beschäftigen sich die Tiroler Landesmuseen. Tirol Panorama und Kaiserjägermuseum auf dem Bergisel zeigen ab 23. Februar die Schau "Nächstenliebe im Krieg. Militärische Sanitätsversorgung bis 1918".

"100 Jahre Grenze. Eine Ausstellung in 3 Akten"

Vom 16. März bis 8. Juli ist im Museum für Geschichte des Universalmuseums Joanneum in Graz mit "1900-1918. Die Zeit vor der Grenzziehung" der erste Teil der Reihe "100 Jahre Grenze. Eine Ausstellung in 3 Akten" zur Teilung der Steiermark infolge des Ersten Weltkriegs zu sehen. Auf Basis privater und regionaler Fotosammlungen, Tondokumente und Filme beschäftigt sich das Museum einerseits mit dem wachsenden Nationalismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der die Südgrenze zu Slowenien in den Köpfen der Menschen verankerte, andererseits mit der realen Grenzziehung durch Kommissionen, Grenzsteine und die Festlegung von Übergängen. Am 14. September wird die zweite Ausstellung der Reihe, "1919-1945. Leben an der Grenze", eröffnet, in deren Zentrum die nationalsozialistische Grenzverschiebungspolitik sowie die Errichtung des Eisernen Vorhangs stehen.

Die Chronik des Abschieds von Kaiser Karl wird im Schloss Eckartsau erzählt, wo sich der letzte Regent mit seiner Familie nach seiner Abdankung einrichtete und einer ungewissen Zukunft entgegensah. Von 1. April bis 1. November finden am Schauplatz des Geschehens täglich Führungen durch die Ausstellung "Kaiser ohne Krone - Countdown der Donau-Monarchie" statt. Zudem gibt es am 22. April sowie an sechs weiteren Terminen jeweils um 15 Uhr Sonderführungen durch das Schloss zum Thema "Kaiser Karl & Zita ganz persönlich. Österreichs letztes Kaiserpaar".

Dauerausstellung "Arbeit 1.0 bis 4.0"

Das Museum Arbeitswelt in Steyr zeigt ab Mai 2018 die neue Dauerausstellung "Arbeit 1.0 bis 4.0". Teil der sozial-historischen Schau unter der konzeptuellen Federführung des Soziologen Harald Welzer werden die Jahre 1918 und 1938 sein, das Rahmenprogramm sowie spezifische Veranstaltungen sollen an das Gedenkjahr angebunden werden.

In der zweiten Jahreshälfte zeigt das Museum Vorarlberg zwei historische Ausstellungen im Atrium: Von 7. Oktober bis 18. November widmet sich die Schau "Otto Ender. Landeshauptmann, Bundeskanzler und Minister" dem langjährigen Vorarlberger Landeshauptmann (1918-1934), der ein halbes Jahr als bisher einziger österreichischer Bundeskanzler aus Vorarlberg amtierte und später Verfassungsminister der Regierung Dollfuß wurde. Zurück zum Ersten Weltkrieg geht es ab 8. Dezember: "Die Glocken herunter in eiserner Zeit" erzählt von den Glockenabnahmen zur Herstellung von Munition und Waffen.

Mit einer Onlineplattform zum Gedenkjahr 2018 will die Österreichische Mediathek Geschichte hör- und sichtbar machen. Auf www.mediathek.at/gedenkjahr-2018 präsentiert ab Oktober eine Ausstellung Videos und Töne zum 12. November, dem "Geburtstag der Republik Österreich". Alltagshistorische Einblicke in jedes Jahr seit der Republiksgründung werden unter dem Motto "100 Jahre - 100 Töne" mit lebensgeschichtlichen Interviews aus dem Oral-History-Projekt "MenschenLeben" ebenfalls ab Oktober geboten. Für junge Menschen hat die Pädagogische Hochschule Burgenland das multimediale E-Learning-Netzwerkprojekt www.1918-2018.at ins Leben gerufen.

Haus der Geschichte wird eröffnet

Anfang November, wenn sich die Ausrufung der Republik Österreich zum hundertsten Mal jährt, soll das Haus der Geschichte Österreich am Heldenplatz eröffnet werden. Das Museum, dessen Aufgabe es sein wird, die Geschichte Österreichs in den europäischen Kontext zu stellen und als Diskussionsforum zu fungieren, soll eine Lücke in der österreichischen Museums- und Wissenschaftslandschaft schließen. Der 100. Jahrestag der Proklamierung der Republik am 12. November wird mit einem feierlichen Staatsakt in der Wiener Staatsoper begangen.

Bis 9. Dezember finden in Graz zudem im Rahmen des Projekts "Comrade Conrade. Demokratie und Frieden auf der Straße" Rundgänge statt, die sich mit dem Umfeld der geschichtsträchtigen Conrad-von-Hötzendorf-Straße beschäftigen, die 1935 nach dem Generalstabschef der Habsburgermonarchie benannt wurde. Von Hötzendorf war wesentlich für den Weg in den Ersten Weltkrieg, die brutale Kriegsführung und Übergriffe gegenüber Zivilisten mitverantwortlich.

Service: Weitere Veranstaltungshinweise veröffentlicht das Büro von Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer, die Geschäftsstelle des Beirats für das Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018, laufend auf www.oesterreich100.at.

Dieser Artikel ist Teil eines umfangreichen Meldungspakets zum Gedenkjahr 2018. Sämtliche Hintergründe finden Sie unter http://science.apa.at/Gedenkjahr2018.

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