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300. Geburtstag Maria Theresias: Die Stadt Wien informiert über interessante Fakten damals und heute

12.05.2017

Am 13. Mai 2017 feiert Kaiserin Maria Therasia ihren 300. Geburtstag. Die Magistratsabteilung 23 der Stadt Wien – Wirtschaft, Arbeit und Statistik hat dies zum Anlass genommen, um über interessante Fakten zur Entwicklung der österreichischen Hauptstadt seit dem 18. Jahrhundert zu informieren.

Verlässliche Daten seit 1707

Die ältesten Daten, mit denen wir in der MA 23 arbeiten, gehen bis ins Jahr 1707 zurück. Es handelt sich um die natürliche Geburtenbilanz, also die Geburten und die Todesfälle. Diese war in Wien seit diese Aufzeichnungen geführt werden überwiegend negativ – so auch in den meisten Jahren von Maria Theresias Regentschaft und insbesondere vier Jahre vor ihrer Geburt, als eine Pestepidemie wütete (-12.480). Mehr Geburten als Todesfälle gab es vor allem zwischen 1840 und 1914 und ab 2003. 2016 wurde sogar der Geburtenrekord der Babyboom-Jahre gebrochen, die natürliche Wachstumsbilanz betrug: +5.365!

"Steuerreform" führt 1754 zu erster "Seelenkonskription"

Das damals offizielle Stadtgebiet umfasste in etwa die Innere Stadt. Aber wenn von "Wien" gesprochen wurde, dann waren meist die sogenannten "Vorstädte" innerhalb des Linienwalls – nicht zu verwechseln mit den Vororten – mitgemeint. Laut Schätzungen lebten in diesem Gebiet in Maria Theresias Geburtsjahr 1717 etwa 140.000 Menschen.

Die erste Volkszählung, die methodisch gewisse Mindeststandards erfüllt hat, fand 1754 statt. Diese sogenannte "Seelenkonskription" wurde von dem sich unter Maria Theresia modernisierenden österreichischen Staat abgehalten, um eine solide Datengrundlage für die neuen Besteuerungsformen zu erhalten. Statt der willkürlichen und unregelmäßigen Einhebung von Abgaben, je nachdem wann der Staat gerade Geld benötigte, sollte auf ein System umgestellt werden, das – ähnlich wie heute – eine gewisse Vorausplanbarkeit bot.

Bevölkerung seit 1753 mehr als verzehnfacht, weibliche Mehrheit blieb

Gezählt wurden damals in Wien und den Vorstädten 175.403 EinwohnerInnen, wobei jüdische MitbürgerInnen nicht berücksichtigt wurden. Im heutigen Gebietsstand dürften ca. 190.000 Menschen gelebt haben. 150 Jahre später gab es im heutigen Stadtgebiet bereits über zwei Millionen Wienerinnen und Wiener, danach sank die Bevölkerungszahl wieder bis in die 1980er Jahre und steigt seitdem wieder an. Das neuerliche Durchbrechen der 2-Millionen-EinwohnerInnen-Marke wird in den 2020er Jahren erwartet. Schon 1754 war Wien eine weibliche Stadt: 53,6 % der BewohnerInnen waren Frauen, 2016 lag dieser Wert bei 51,5 %.

Die letzte "Seelenkonskription" in Österreich wurde unter dem Namen "Volkszählung" im Jahre 2001 durchgeführt. Seit dem wird der Bevölkerungsstand über sogenannte Registerzählungen erhoben, d.h. staatliche Datenbanken wie das Zentrale Melderegister werden ausgewertet.

Fast die Hälfte der Säuglinge starb im 18. Jahrhundert

Maria Theresia war Mutter von 16 Kindern, von denen drei als Kleinkinder starben und drei weitere das Erwachsenenalter nicht erreichten. Die Säuglingssterblichkeitsrate lag damals bei 424 von 1.000, fast die Hälfte aller Neugeborenen verstarb innerhalb des ersten Lebensjahres. Heute liegt dieser Wert bei rund einem halben Prozent aller Neugeboren. Auch Großfamilien, wie jene der Kaiserin, sind heutzutage eher unüblich: Etwa 50 % der Wienerinnen und Wiener leben alleine oder in Zwei-Personen-Haushalten. Nur 14 % der Bevölkerung leben in Haushalten mit fünf oder mehr BewohnerInnen.

Frauen in Führungspositionen: Damals außergewöhnlich und auch heute noch in der Minderheit

Frauen als Herrscherinnen eines Landes waren zur Zeit Maria Theresias noch die absolute Ausnahme. Maria Theresia von Österreich steht daher in der guten Gesellschaft von so außergewöhnlichen Frauenfiguren wie Eleonore von Aquitanien, Elisabeth I von England oder von Zarin Katharina der Großen in Russland.

Heute sind weibliche Führungskräfte zwar keine Ausnahme mehr, von echter Gleichstellung sind wir aber auch jetzt noch ein gutes Stück entfernt. Im Wiener Magistrat sind mittlerweile 42 % der Führungspositionen mit Frauen besetzt sind, im Jahr 1997 waren es noch lediglich 5 %. Auch bei den Unternehmen der Stadt sind immer mehr Frauen in Top-Positionen zu finden, so werden mittlerweile ein Drittel der 30 direkten Beteiligungsunternehmen der Stadt auch von Frauen geleitet. Mit 39,4 % in den Aufsichtsräten der Beiteiligungsunternehmen ist die vom Wiener Gemeinderat beschlossene Frauenquote von 40 % bereits fast erreicht, von den von der Stadt Wien nominierten Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräten sind sogar 44,6 % Frauen.

In der Wiener Landesregierung liegt der Frauenanteil unter den amtsführenden Mitgliedern (inkl. Bürgermeister) derzeit bei genau 50 %, beim Wiener Landtag und Gemeinderat liegt der Frauenanteil mit rund 37 % darunter.

"Franz Josef" vor "Maria Theresia" bei Vornamen

Am 13. Mai feiern dieses Jahr 5.105 Wienerinnen und Wiener ihren Geburtstag. 186 Stadtbewohnerinnen tragen derzeit die Vornamen "Maria Theresia". Zum Vergleich: Der Vorname des vorletzten Habsburgerherrschers ist unter den WienerInnen populärer: Zu seinem 100. Todestag am 21. November 2016 lebten 338 Männer mit dem Namen "Franz Josef" in der ehemaligen k. u. k. Hauptstadt.

Datenquellen: Statistik Austria, Magistrat der Stadt Wien

Rückfragehinweis:
   Franz Trautinger
   Referent für Öffentlichkeitsarbeit der MA 23 der Stadt Wien
   Tel.: +43 1 4000-83069
   E-Mail: franz.trautinger@wien.gv.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom

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