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300 Jahre Maria Theresia - Neue Bücher rund um das Jubiläum

10.03.2017

Schon im Vorfeld des am 13. Mai anstehenden 300. Geburtstages Maria Theresias (1717-1780) bringt sich der Buchhandel mit zahlreichen Neuerscheinungen in Position. Neben Biografien im weitesten Sinne, wird etwa die Rolle der Regentin als Frau, ihre Selbstinszenierung, das Schicksal ihrer zahlreichen Kinder und ihre zahlreichen Briefwechsel thematisiert. Eine Auswahl:

"Maria Theresia - Die Macht der Frau":

Mit einer umfassenden Biografie der prägenden Langzeit-Regentin wartet die französische, feministische Philosophin und Historikerin Elisabeth Badinter anlässlich des runden Geburtstages auf. Darin porträtiert Badinter, die sich für das Buch über sieben Jahre hinweg mit Maria Theresia beschäftigt hat, die Herrscherin als starke Frau, die als Ehefrau, Mutter und nicht zuletzt Regentin gleichzeitig drei Rollen ausfüllte und es mit politisch-strategischem Geschick verstand, das damals krisengeschüttelte Reich zusammenzuhalten.

(Elisabeth Badinter: "Maria Theresia - Die Macht der Frau" (Deutsche Übersetzung), Zsolnay Verlag, 300 Seiten, 24,70 Euro, ISBN: 978-3-552-05822-4, Erscheinungstermin: 13. März 2017)

"Die Kaiserin. Maria Theresia":

Anlässlich des kommenden Jubiläums legte der deutsche Historiker Thomas Lau eine klassische Biografie vor, die sich der einzigen Habsburger-Regentin anhand verschiedener Themenkomplexe nähert. Der Wissenschafter beginnt bereits bei der Bedeutung der Namensgebung von Maria Theresia Walburga Amalia Christine und widmet sich unter anderem ihrer Rolle als Tochter, Ehefrau und Mutter. Breiten Raum nehmen auch ihre Bildungsreformen, Kriege sowie ihre Prägung durch den Katholizismus ein. Wer abseits seines Schul-Allgemeinwissens (Pragmatische Sanktion, 16 Kinder, nie gekrönte Kaiserin) noch vor den Ausstellungen mehr über Maria Theresia wissen möchte, macht hiermit einen guten Anfang.

(Thomas Lau: "Die Kaiserin. Maria Theresia", Böhlau Verlag, 440 Seiten, 29,99 Euro, ISBN: 978-3-205-79421-9)

"Maria Theresia 1717-1780. Strategin - Mutter - Reformerin":

Begleitend zu den vier großen Ausstellungen in Wien und Niederösterreich zum Maria Theresia-Jubiläum, erscheint auch ein umfangreicher Katalog. Darin setzen sich an den Schauen beteiligte Wissenschafter kritisch mit der populären Herrscherin auseinander. Ein Schwerpunkt in dem reich bebilderten Band liegt auf der Darstellung der kulturhistorischen Leistungen der theresianischen Epoche sowie auf der Entstehung und Förderung des "Mythos Maria Theresia".

(Elfriede Iby, Martin Mutschlechner, Werner Telesko, Karl Vocelka (Hrsg.): "Maria Theresia 1717-1780 - Strategin - Mutter - Reformerin", Amalthea Verlag, 352 Seiten, 34 Euro, ISBN: 978-3-99050-075-0)

"Maria Theresia - Liebet mich immer":

Dem Briefwechsel zwischen der Regentin mit ihrer Hofdame Sophie Baronin Schack von Schackenburg widmen sich Monika Czernin und Jean-Pierre Lavandier in einer weiteren Neuerscheinung. Über 30 Jahre hinweg zeugen 86 bisher großteils unveröffentlichte Briefe von der Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Die Dokumente geben Einblicke in das höfische Leben, den Alltag, das Arbeitsleben sowie die Persönlichkeit Maria Theresias.

(Monika Czernin und Jean-Pierre Lavandier: "Maria Theresia - Liebet mich immer. Briefe an ihre engste Freundin", Verlag Ueberreuter, 180 Seiten, 21,95 Euro, ISBN: 978-3-8000-7664-2, Erscheinungstermin: 17. März 2017)

"Maria Theresia & Marie Antoinette - Der geheime Briefwechsel":

Auch der Briefwechsel zwischen Maria Theresia und ihrer wohl bekanntesten Tochter, Marie Antoinette, erfuhr im Jahr 2017 eine Neuauflage. Als die 14-Jährige im Jahr 1770 Wien in Richtung Versailles verließ, begann die Korrespondenz zwischen den beiden ziemlich unterschiedlichen Frauen. So geizte die fleißige Briefschreiberin Maria Theresia nicht mit Verhaltensregeln für, Kritik an und letztlich Verständnis für ihre Tochter. Neben tiefen Einsichten in die Gefühlswelten der beiden, finden sich in der Korrespondenz viele Hinweise auf die Abläufe am Hof in Paris und Wien.

(Paul Christoph (Hrsg.): "Maria Theresia & Marie Antoinette. Der geheime Briefwechsel", Lambert Schneider Verlag - WBG, 352 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 978-3-650-40197-7)

"Maria Theresias Kinder":

Mit dem Schicksal der insgesamt 16 Kinder Maria Theresias und ihres Ehemannes Franz Stephan setzt sich die in Wien arbeitende Dolmetscherin, Übersetzerin und Autorin Hanne Egghardt in einer weiteren Neuerscheinung auseinander. Abseits des mehr oder weniger bekannten Schicksals Marie Antoinettes, gibt das Buch auch Einblicke über die Lebenswege der anderen Kaiserkinder, für die ihre hohe Geburt sowohl Fluch und Segen war.

(Hanne Egghardt: "Maria Theresias Kinder. 16 Schicksale zwischen Glanz und Elend", Verlag Kremayr & Scheriau, 224 Seiten, 14,90 Euro, ISBN: 978-3-218-01065-8)

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