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Tendenz geht immer stärker in Richtung psychische Belastung © APA (dpa)
Tendenz geht immer stärker in Richtung psychische Belastung © APA (dpa)

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Arbeit ohne Ende: Tagung zur Intensivierung der Arbeit in Graz

17.05.2017

Mehr Leistung in immer kürzerer Zeit für jene, die Arbeit haben und andererseits Jugend- und Altersarbeitslosigkeit prägen die Situation am aktuellen Arbeitsmarkt. Nach Auswegen aus der Intensivierungsproblematik und Lösungen nach einer besseren Verteilung der Arbeit suchen Soziologen, Arbeitspsychologen, Ökonomen und Kammervertreter am 22. und 23. Mai bei der "Denkwerkstätte Graz".

Hoher Zeit- und Leistungsdruck, der Wunsch vieler Arbeitgeber nach zunehmender Flexibilisierung der Arbeitszeit und hinter allem die Angst vor dem Jobverlust lasten schwer auf den Beschäftigten des aktuellen Arbeitsmarktes. "Waren die Belastungen früher stark physisch, so geht die Tendenz immer stärker in Richtung psychische Belastung", schilderte die Grazer Soziologin Johanna Muckenhuber vom Institut für Soziologie der Universität im Gespräch mit der APA.

Vermischung von Beruf und Privatleben

Dazu komme, dass es mit dem Stress am Arbeitsplatz selbst nicht vorbei ist: "Immer öfter werden noch schnell berufliche E-Mail von zuhause aus erledigt. Viele Arbeitnehmer haben nur noch einen E-Mail-Account für private und berufliche Kontakte. Da vermischt sich Beruf und Ruhezeit total", so die Ko-Organisatorin der Grazer Tagung "Intensivierung und Verteilung der Arbeit".

"Die Denkwerkstätte wird sich mit den verschiedenen Erscheinungsformen der Intensivierungsproblematik einerseits und der Arbeitslosigkeit in der Jugend und im Alter sowie der Frage, wie nachhaltige Arbeitsbedingungen geschaffen werden können, befassen", schilderte Muckenhuber. Organisiert wird die Grazer "Denkwerkstätte 2017" von der FH Joanneum gemeinsam mit der Universität Graz in Kooperation mit den AMS Steiermark und Wien.

Als Keynote-Speaker wurde u.a. Günter Voß, Professor für Industrie- und Techniksoziologie an der TU Chemnitz eingeladen: "Es wird um Phänomene der Entgrenzung und Subjektivierung der Arbeit gehen", blickte Muckenhuber voraus. Christian Korunka vom Institut für Angewandte Psychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie (Universität Wien) wird zur Frage, wie die sogenannte Industrie 4.0 und somit die Vision von der Digitalisierung der Produktion die Arbeitswelten der Zukunft bestimmen wird, referieren.

Service: https://denkwerkstaette.uni-graz.at/de/programm-2017/

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