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Archäologen: Hinweise auf Menschenopfer bei Bauvorhaben in Südkorea

16.05.2017

Erstmals haben Archäologen in Südkorea bei Ausgrabungen Hinweise auf Menschenopfer bei antiken Bauvorhaben gefunden. Zwei Skelette aus dem fünften Jahrhundert wurden unter den Mauern der Banwolseong- oder Moon-Festung in Gyeongju entdeckt, teilte die Altertümer-Verwaltung des Landes mit. Die Festung stammt aus der Silla-Zeit, eines der drei Reiche Koreas im ersten Jahrtausend n. Chr.

Die Beerdigung von lebenden Opfern als Diener an der Seite von toten Herrschern war in alten koreanischen Kulturen üblich. Hier nun handle es sich um den ersten Beweis dafür, dass Überlieferungen stimmen, dass auch für den Erfolg von Bauvorhaben Menschen geopfert wurden, sagte Choi Moon Jung, Sprecherin des nationalen Altertumsinstituts von Gyeongju.

Auf welche Weise die beiden Opfer getötet wurden, war demnach zunächst unklar. Sie seien offenbar aber nicht lebendig begraben worden, sagte der Forscher Park Yoon Jung. Da es keine Hinweise auf Widerstand gebe, könnten sie tot oder bewusstlos begraben worden sein. Die beiden Skelette wurden Seite an Seite im Westteil der Festung aufgefunden - eines der Opfer blickte nach oben, das andere lag mit Gesicht und Armen leicht ihm zugewandt. Gyeongju ist eine der großen Touristenattraktionen in Südkorea.

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