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Bei den im Juli startenden neuen Grabungen am Hemmaberg können Interessierte bei Führungen den Archäolog/innen über die Schulter blicken © ÖAI
Bei den im Juli startenden neuen Grabungen am Hemmaberg können Interessierte bei Führungen den Archäolog/innen über die Schulter blicken © ÖAI

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Archäologen bei Grabungen über die Schulter schauen

03.07.2017

Der Hemmaberg in Kärnten gilt seit Langem als österreichischer Hot Spot der archäologischen Forschung. Im Juli und August können Altertumsfans bei neuen Grabungen von Archäolog/innen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften dabei sein und in Vorträgen mehr über das Leben unserer Vorfahren erfahren.

Die malerische Region um Globasnitz im südlichen Kärnten ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsgebiet. Auch Archäolog/innen sind dort regelmäßig anzutreffen. Denn die Gegend blickt auf eine Siedlungsgeschichte zurück, die sich über mehrere tausend Jahre erstreckt. Entsprechend zahlreich sind die archäologischen Funde.

Nebeneinander von Volksgruppen im Frühmittelalter

Mit einem im Juli startenden Grabungsprojekt wollen Forscher/innen des Österreichischen Archäologischen Instituts der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) nun mehr über die Herkunft und Lebensbedingungen der damaligen Menschen in der Übergangsphase zwischen römischer Herrschaft und Frühmittelalter herausfinden. Eine Besonderheit dieser Zeit stellt etwa das Nebeneinander verschiedener Volksgruppen dar. So wurden wenige Kilometer vom Hemmaberg in Globasnitz neben der lokalen Bevölkerung im 5. und 6. Jahrhundert auch Angehörige einer ostgotischen Militäreinheit bestattet, wie Grabbeigaben und historische Quellen zeigen.

"Mit unseren Ausgrabungen im Friedhof am Hemmaberg wollen wir untersuchen, wie die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen miteinander lebten", erklärt ÖAW-Archäologin Michaela Binder, die die Grabungen leitet. "Durch die Analyse unserer Funde können wir feststellen, woher die Menschen kamen, wie ihr Gesundheitszustand war, oder ob es gewalttätige Auseinandersetzungen gab. Dadurch gewinnen wir ein umfassenderes Bild vom Leben in den Ostalpen am Übergang von der römischen Herrschaft zum frühen Mittelalter", so Binder weiter. Dem Hemmaberg als Kultstätte widmet sich zudem ab August eine zweite Grabung am Gipfel unter der Leitung des Archäologen Josef Eitler in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Kärnten.

Besucher können bei Grabungen dabei sein

Zum Auftakt der beiden Grabungen im Juli und August werden sich am Hemmaberg aber nicht nur Archäolog/innen einfinden. Auch alle großen und kleinen Altertumsfans können den Wissenschaftler/innen bei Führungen über die Schulter schauen. Jeden Freitag im Juli sowie im August nach Vereinbarung haben Interessierte die Möglichkeit, bei den Grabungsarbeiten dabei zu sein, neueste Funde zu betrachten und den Forscher/innen Fragen zu stellen, etwa zu modernen Prospektionsmethoden wie Laserscanning aus der Luft oder DNA-Analysen.

Wer noch mehr über das Leben unserer Vorfahren wissen will, kann zudem archäologische Vorträge im Pilgermuseum Globasnitz besuchen. Den ersten Vortrag hält am 6. Juli Sabine Ladstätter, Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts der ÖAW, zur römischen Vergangenheit Kärntens. Der Eintritt zu Führungen und Vorträgen ist kostenlos.

Pressebilder zum kostenfreien Download unter: www.oeaw.ac.at/pr

Programm:

Führungen durch die Ausgrabungen:

Ort: Ausgrabungen am Hemmaberg, 9142 Globasnitz

Zeit: Jeden Freitag im Juli von 13 bis 15 Uhr; im August nach Vereinbarung (Kontakt: Josef Eitler, mailto:josef.eitler@gmx.net)

Vorträge:

Ort: Archäologisches Pilgermuseum Hemmaberg, 9142 Globasnitz

Beginn: jeweils 19 Uhr

6. Juli 2017

Sabine Ladstätter

Österreichisches Archäologisches Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Die Römer unter uns - Der Vergangenheit Kärntens auf der Spur

13. Juli 2017

Michaela Binder

Österreichisches Archäologisches Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Leben und Sterben in Spätantike und Frühmittelalter - Bioarchäologie und die Erforschung der Friedhöfe am Hemmaberg und in Globasnitz

20. Juli 2017

Martin Fera

Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien

Archäologische Spurensuche mit Flugzeug und Laserscanner - Das Jauntal vor und nach den Römern

27. Juli 2017

Josef Eitler

Leiter des FWF-Forschungsprojekts "Kultkontinuität am Gipfel des Hemmabergs" am Landesmuseum Kärnten

Von Iovenat zu Hemma - Neue Forschungen am Gipfelplateau des Hemmabergs


Rückfragehinweis:
Sven Hartwig
Leiter Öffentlichkeit & Kommunikation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1331
mailto:sven.hartwig@oeaw.ac.at

Astrid Pircher
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Österreichisches Archäologisches Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Franz Klein-Gasse 1, 1190 Wien
T +43-1- 4277-27150
mailto:astrid.pircher@oeai.at

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Weitere Pressemeldungen und honorarfreie Pressebilder der ÖAW unter: www.oeaw.ac.at/pr

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