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Wertegemeinschaft - was jetzt? © VerVieVas
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Kooperationsmeldung

Die Arbeitswelt 2025: was Unternehmen zukunftsfähig macht

07.07.2015

Von Thomas Fundneider, theLivingCore GmbH

Innovation ist ein heißbegehrtes Gut. Organisationen benötigen neue Denk‐ und Handlungsräume, um den zunehmenden Wettbewerb standhalten zu können. Wie müssen jedoch Organisationen gestaltet sein, damit sie auch in Zukunft erfolgreich sind? Ein internationaler Think Tank hat sich dieser Frage angenommen und in eineinhalb Tagen drei konkrete Prototypen entwickelt.

Besondere Themen benötigen spezielle Räume - dieses Verständnis aus der Innovationsforschung haben theLivingCore gemeinsam mit Bene für einen internationalen Think Tank umgesetzt. Ende Juli trafen sich 20 Experten in der ehemaligen Ankerbrotfabrik, die vom Büromöbelausstatter Bene zu einem "innovation playground" adaptiert wurde. theLivingCore hat den inhaltlichen Rahmen in Form eines Innovationsprozesses gestaltet und moderiert.

Drei Teams haben zu den Themen Leadership, Architektur und Technologie Visionen und konkrete Vorschläge für zukunftsfähige Organisationen im Jahr 2025 entwickelt.

Digital emotional Leader

"Durch die Digitalisierung, Virtualisierung und Dezentralität geht ein Großteil der Emotionalität verloren - und Emotionen spielen für Leadership eine zentrale Rolle", beschreibt Jörg Böcking, CTO der Freudenberg Gruppe, die Auswirkungen von Technologie und global verteilten Teams auf das Thema Leadership. Aufbauend auf dieser These hat das Leadership-Team eine Stellenausschreibung für einen "digital emotional Leader" entwickelt: "Leader müssen Kommunikationsarchitekten sein, um mit Sprache und Bilder Emotionen zu erzeugen", oder "die Führungspersönlichkeit muss in unterschiedlichen Kulturen Bedürfnisse erkennen können und diese in neue Angebote übersetzen - das ist ein völlig anderes Verständnis, wie es heute unter dem Begriff "interkulturelle Kommunikation" verstanden wird", hebt Matthias Groß von der TU Darmstadt einige Punkte hervor. Ulrich Kerber, ebenfalls von der Freundberg Gruppe, ergänzt "die zukünftige Führungspersönlichkeit muss Lust auf Veränderung erzeugen können".

Die Firmenzentrale als Event-Tempel

"In Zukunft brauchen wir die Architektur für eine radikale Sinnstiftung", bringt Martin Kleinbrink von smart in space die Ergebnisse des Architektur-Teams auf den Punkt. Das Büro ist in diesem Szenario kein Ort, an dem man primär arbeitet, sondern wird zum erlebbaren Begegnungsort, der Sinn und Identität stiftet. Dies hat weitreichende Auswirkungen für die Immobilienbranche bzw. Stadtplanung. Im Stadtzentrum werden die Flächenbedarfe von Firmen stark sinken, während an der Peripherie der Stadt zahlreiche, verteilte Co-Working Spaces entstehen werden. Das Pendeln fällt somit für 3-4 Tage in der Woche weg, Mitarbeiter kommen in die Firmenzentrale, eine Art Event-Tempel, um gemeinsam den Unternehmenszweck weiter zu entwickeln.

Technologie als Erweiterung unseres Körpers

Das Technolgie-Team hat einen illustrativen Prototypen angefertigt, der symbolisch die Rolle von Technologie in Zukunft beschreibt - ein Mensch eingehüllt in Alufolie: "In 10 Jahren wird Technologie allgegenwärtig sein. Mensch und Technologie werden eins", beschreibt die Designerin Lora Hristova die erarbeiteten Erkenntnisse. Technologie so verstanden wird "seamless" die alltäglichen Handlungen direkt und ohne Zwischenschritte unterstützen, wie z.B. transparente Informationspolitik, Kommunikation und Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg und Förderung von Lernen und Innovation.

Die Teilnehmer sind sich einig, dass das Thema "Zukunftsfähigkeit" nicht eindimensional betrachtet werden kann. "Firmen müssen an mehreren Stellschrauben, wie Leadership, Kultur, Strategie, Prozesse, Raum, etc. drehen, um auch in Zukunft erfolgreich am Markt zu bestehen", so Thomas Fundneider von theLivingCore. Hierbei sind klassische Vorgehensweise wie lineare Strategieentwicklung oder silo-artige Einzelprojekte nicht geeignet, um diese ganzheitliche Sichtweise in Unternehmen zu berücksichtigen. Aus diesem Grund hat theLivingCore ein neues Vorgehensmodell für zukunftsfähige Organisationen entwickelt ("Enabling Spaces Design Process") und bereits in unterschiedlichsten Organisationen erfolgreich implementiert.

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