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Klar in der Mehrheit: Wienerinnen bei Bildung auf Überholspur, Gender Pay Gap verringert sich

07.03.2017

Die MA 23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik nimmt den internationalen Frauentag zum Anlass, um auf interessante Daten über die weibliche Bevölkerung Wiens aufmerksam zu machen. "Das Abbilden gesellschaftlicher Realitäten ist eine zentrale Aufgabe der Gemeinde- und Landesstatistik. Dies bildet die Entscheidungsgrundlage für die Politik", so Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner.

Klemens Himpele, Leiter der MA 23: "Bereits 2014 haben wir ein Statistik Journal zum Thema ‚Gendersensible Statistik‘ herausgegeben. In unseren statistischen Jahrbüchern finden sich erfreuliche, interessante aber auch alarmierende Zahlen über die Unterschiede zwischen den Wienerinnen und Wienern."

Mehr Frauen in 22 Wiener Gemeindebezirken, höhere Lebenserwartung

Himpele zu den demografischen Geschlechterverhältnissen: "Europa und Europas Städte sind weiblich. 51,1% der EU-Bevölkerung sind Frauen. In Österreich liegt der Frauenanteil bei 50,9%. Und in Wien sind die Frauen mit 51,5% klar in der Mehrheit." In 22 der 23 Wiener Bezirke leben mehr Wienerinnen als Wiener – Ausnahme ist Rudolfsheim-Fünfhaus (49,7%). Die Spitzenreiter sind Währing, Döbling und Hietzing, mit jeweils über 53% weiblicher Bevölkerung.

Die weibliche Mehrheit in Wien hängt unter anderem mit der Lebenserwartung zusammen: Jene der Wiener betrug 2015 78,6 Jahre, die Wienerinnen dagegen konnten statistisch davon ausgehen, 83,6 Jahre alt zu werden.

Brauner: Ökonomische Unterschiede zwischen Geschlechtern weit entfernt von Gleichstellung, in Wien geringste Einkommensunterschiede im Bundesländer-Vergleich

Trotz einer weiblichen Bevölkerungsmehrheit ist die ökonomische Gleichstellung der Geschlechter in Wien noch immer nicht abgeschlossen. Der „Gender Pay Gap“ (netto, unbereinigt) lag 2015 bei 20%. Damit ist er in den letzten 20 Jahren um sieben Prozentpunkte gesunken und der geringste geschlechterspezifische Einkommensunterschied aller österreichischen Bundesländer. Dennoch steht den Wienerinnen deutlich weniger Geld aus Arbeitseinkommen zur Verfügung als den Wienern. Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner: "Wir haben in Wien in den letzten Jahren Fortschritte verzeichnen können. Trotzdem ist der derzeitige Stand der Gleichberechtigung vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht nicht zufriedenstellend. Die Initiativen der Bundesregierung – Stichwort ‚Frauenquote‘ in Aufsichtsräten und Mindestlohn – sind daher ausdrücklich zu begrüßen. Die Politik soll hier selbst mit gutem Beispiel vorangehen und endlich für eine adäquate - d.h. zum Bevölkerungsanteil annähernd proportionale - Repräsentation von Frauen in Parlamenten und Regierungen sorgen."

Frauenberger: Wien ist DIE Stadt für Frauen

Im Wirtschaftsbereich lassen sich einige positive Entwicklungen in Richtung Gleichstellung feststellen: 48% der Unternehmensgründungen in der Bundeshauptstadt werden von Frauen durchgeführt, ein Wert, der sich seit 1996 fast verdoppelt hat. Im zukunftsträchtigen F&E-Sektor (Forschung und Entwicklung) sind im (meist staatlichen) Hochschulbereich annähernd 50% des Personals weiblich. Der privatwirtschaftliche F&E-Unternehmensbereich hinkt jedoch mit über 75% Männeranteil klar hinterher. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger dazu: "In Wien haben Frauen die höchsten Einkommen, die beste Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und die niedrigste Lohnschere. Das alles sind Ergebnisse aktiver Frauenpolitik, wie der Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an betriebliche Frauenförderung. Wir lassen aber nicht locker, bis Frauen und Männer tatsächlich die gleichen Chancen haben und messen den Fortschritt auch mit unserem Gleichstellungsmonitor, der heuer zum zweiten Mal veröffentlicht wird. Nur wenn wir wissen, wo es hakt, können wir die richtigen Maßnahmen setzen."

Wienerinnen überholen Wiener bei akademischer Ausbildung

Was Bildung und Ausbildung betrifft, befinden sich Frauen seit einigen Jahren auf der Überholspur: Fast 53% der Wiener Studierenden waren 2015 weiblich – das sind über 100.000 Studentinnen. Zum Vergleich: 1957 lag ihr Anteil bei weniger als einem Drittel, damals gab es nicht einmal 3.000 inskribierte Frauen in Wien. Von den 19.563 Studienabschlüssen 2013/2014 sind 59% Frauen zuzuordnen. Eindrucksvoll sind auch die Gesamtzahlen der Absolventinnen: Vor 20 Jahren hatten nur 9% der erwachsenen Frauen und 14% der erwachsenen Männer in Wien einen Universitätsabschluss. 2012 lebten erstmals mehr Akademikerinnen als Akademiker in der Stadt, 2015 durften 22,5% der Wienerinnen und 21,4% der Wiener einen akademischen Titel führen.

Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien: Büchereinutzung und Verkehrsunfälle aus gendersensibler Perspektive

In den Statistischen Jahrbüchern der Stadt Wien finden sich auch andere interessante Details. So wurden in den Büchereien Wiens 2015 mehr als doppelt so viele Ausleihen von Nutzerinnen wie von Nutzern getätigt. Auch verunglücken Frauen bei Verkehrsunfällen auf den Wiener Straßen seltener als Männer: 2015 waren rund 43% der Verletzten und 23% der Todesopfer im städtischen Straßenverkehr weiblich.

Internationaler Frauentag im Wiener Rathaus

Wie in den vergangen Jahren lädt Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und die MA 57 am 8. März 2017 im Namen der Stadt Wien alle Wienerinnen und Wiener ins Rathaus ein, wo es Ausstellungen, Führungen, eine Lesung, ein Konzert und eine Verlosung geben wird. Der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) wird wieder mit einem Beratungsstand vertreten sein. Zum wichtigen Thema Karenz und Wiedereinstieg kann "frau" sich direkt am waff-Stand einen persönlichen Beratungstermin ausmachen. Erstmals bietet der waff heuer unter dem Titel "FRECH(e)-Frauen ergreifen Chancen und zeigen ihre Stärken" spezielle Workshops an. Interessierte Besucherinnen haben die Möglichkeit, gemeinsam mit den waff-Expertinnen herauszufinden, was sie besonders gut können, wo ihre Stärken liegen und wohin sie sich beruflich entwickeln wollen. Tickets für dieses kostenlose Angebot gibt es direkt am waff-Stand.

Weitere Informationen:

[Statistik Journal: Gendersensible Statistik: Lebensrealitäten sichtbar machen] (https://www.wien.gv.at/statistik/pdf/genderstatistik-broschuere.pdf)

[Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien 2016] (https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch-2016.html)

(Datenquellen: Statistik Austria, Eurostat)

Rückfragehinweis:
Franz Trautinger
Referent für Öffentlichkeitsarbeit der MA 23 der Stadt Wien
Tel.: +43 1 4000-83069
E-Mail: franz.trautinger@wien.gv.at
   
Heike Hromatka-Reithofer
Mediensprecherin Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner
Tel.: +43 1 4000-81219
E-Mail: heike.hromatka-reithofer@wien.gv.at
   
Stefanie Grubich
Mediensprecherin Frauenstadträtin Sandra Frauenberger
Tel.: +43 1 4000-81248
E-Mail: stefanie.grubich@wien.gv.at

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