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Nach der Schule ans Krankenbett

11.05.2017

Am 12. Mai ist der internationale Tag der Pflege. Anlass, um auf einen Aspekt zu fokussieren, über den die wenigsten sprechen: In Österreich pflegen rund 40.000 Kinder ein krankes Familienmitglied. Martin Nagl-Cupal vom Institut für Pflegewissenschaft der Universität Wien beschäftigt sich in seiner Forschung mit der oftmals verborgenen Pflege durch Kinder und entwickelt Unterstützungsmaßnahmen für Betroffene.

Pflegearbeit wirkt sich körperlich und mental auf Kinder aus, ihre schulischen Leistungen leiden langfristig unter den häuslichen Verpflichtungen. Auch im Erwachsenenalter hinterlässt die Vergangenheit Spuren: Ehemalige pflegende Kinder und Jugendliche arbeiten häufiger in sozialen oder pflegerischen Berufen, in Beziehungen agieren sie oftmals fürsorglich und aufopfernd.

"Wenn Kinder mehr helfen, als ihnen altersentsprechend gut tut und sie ihre Individualität nicht ausleben können, wird die familiäre Pflege zum Problem", erklärt Martin Nagl-Cupal vom Institut für Pflegewissenschaft. Er beschäftigt sich bereits seit 2013 mit dem Phänomen der pflegenden Kinder und ist in dem aktuellen Projekt "ResilCare" federführend. Gemeinsam mit seinem Team nimmt er eine Bestandsaufnahme pflegender Kinder vor, untersucht Auswirkungen und entwickelt Hilfspakete für betroffene Familien.

Aufbauend auf diesen Untersuchungsergebnissen haben die ForscherInnen ein konkretes Unterstützungsprojekt auf die Beine gestellt, das bereits mit Praxispartnern der ambulanten Pflege in einer Pilot-Testung umgesetzt wird. Das Unterstützungspaket richtet sich an Familien mit pflegenden Kindern und unterstützt sie dabei, ihren individuellen Hilfsbedarf selbst zu formulieren.

Das Projekt "ResilCare" unter der Leitung von Martin Nagl-Cupal ist ein good practice-Beispiel für die Third Mission-Aktivitäten der Universität Wien: Wissenschaft und Gesellschaft werden vernetzt.

Lesen Sie mehr in uni:view, dem Online-Magazin der Universität Wien

Rückfragehinweis:
Mag. Dr. Martin Nagl-Cupal
Institut für Pflegewissenschaft
1080 Wien, Alser Straße 23
M +43-676-947 78 03
martin.nagl-cupal@univie.ac.at
Aussender:
Mag. Alexandra Frey
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 33
M +43-664-602 77-175 33
alexandra.frey@univie.ac.at
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