Kultur & Gesellschaft

c-tv-Konferenz 2017 © FH St. Pölten/Mario Ingerle
c-tv-Konferenz 2017 © FH St. Pölten/Mario Ingerle

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Neue Technik für bewegte Bilder - Nachbericht zur c-tv-Konferenz 2017

11.05.2017

Neue Technologien prägten und prägen die Entwicklung des Bewegtbildes: So kam der Ton zum Bild, das Livebild in die Wohnzimmer und das interaktiv steuerbare Bild in die Datenbrille. Die 9. Fernsehkonferenz an der Fachhochschule St. Pölten widmete sich am 9. Mai mit mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktuellen Positionen und Entwicklungen rund um die Bewegtbildproduktion mit Expertinnen und Experten aus Kunst, Wissenschaft und Praxis.

Der konzeptionelle Einsatz von Technik folgte und folgt immer der inhaltlich motivierten Vision, Geschichten zu erzählen und die Immersion, das Eintauchen des Publikums, zu gestalten. Digitalisierung und der damit einhergehende Medienwandel bieten hier neue Möglichkeiten und wirken als Katalysator für die vorrausschauende Entwicklungstätigkeit einer Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren.

"Ausgehend von der Idee, Technik als Hilfsmittel für die Inhalte-Produktion darzustellen, haben die Vortragenden der diesjährigen c-tv-Konferenz aktuelle, inhaltlich motivierte Vorhaben präsentiert, die die Entwicklung und/oder die innovative Anwendung neuer Technologie voraussetzten", sagt FH-Dozentin Rosa von Suess vom Department Medien und Digitale Technologien der FH St. Pölten, die dort das Ausbildungsfernsehen c-tv leitet und die Fachtagung organisiert hat.

Erfolge von neuen Tools, Workflows und Programmen können zwar erst im Rückspiegel bewertet werden, doch Prozesse, Workflows und Paradigmen der TV-Produktion werden sich in den nächsten fünf Jahren stärker verändern, als in den bisherigen 80 Jahren TV-Geschichte, erklärte Tony Gregory, Regisseur, Konsulent für BBC, SKY, ITV, Ch4 | 5 RTL, MTV, PBS und Keynote-Speaker der c-tv-Konferenz 2017.

"In den Bereichen Musik, Film, Shopping und Soziale Medien erleben wir einen Tsunami an Veränderungen in Produktion, Vertrieb und Konsum. Von diesem ist Live-TV noch relativ unberührt. Aber dieses technische Erdbeben wird auch die TV-Welt erfassen und alles verändern", so Gregory.

Bisher unbekannte künstlerische Ergebnisse

Das Programm der c-tv-Konferenz widmete sich der Interaktion mit dem Publikum bei TV-Events, der brillenlosen dreidimensionalen Darstellung auf digitalen Screens, interaktiv steuerbaren Inhalten in virtuellen Sets, dem Erleben von Raumklang in einem virtuellen Konzertsaal, Virtual-Reality-Räumen und räumlich dimensioniertem Storytelling.

Christiane Wittenbecher von IntoVR präsentiert auf der Konferenz eine preisgekrönte und bei der Berlinale vorgestellte Doku über das Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen als 360-Grad-Film. "Die Arbeit zeigt, dass hochwertige VR-Inhalte gar nicht langwierig und teuer sein müssen. Nicht die Technik macht hier den Unterschied, sondern das Storytelling. Wir freuen uns über die vielen positiven Reaktionen. Sie zeigen, dass 360°-Video-Storytelling eine unglaubliche Kraft hat", sagt Wittenbecher.

Virgil Widrich, Multimediakünstler, Regisseur, Filmproduzent und CEO der Multimediaagentur checkpointmedia, referierte auf der Tagung zu digitalen Live-Projektionen in der Produktion von Featurefilmen. "Für den Kinofilm 'Die Nacht der 1000 Stunden' haben wir mit dem Einsatz von digitalen Rückprojektionen bei den Dreharbeiten eine neuartige Verbindung von Virtual reality und linearem Kinofilm geschaffen. Dieser neue Arbeitsprozess ermöglicht bisher noch nicht gesehene künstlerische Ergebnisse", so Widrich.

Eintauchen in Szenen und Emotionen durch interaktive Erfahrungen

Kurt Danner und Frank Stahmer von BELLEVUE Virtual Media riefen das in den 1960ern entwickelte und damals noch nicht marktfähige Sensorama in Erinnerung, das mittels Einbindung von Bild, Ton und beispielsweise Bewegung und Wind versuchte, ein vollständiges Eintauchen des Publikums in Szenen zu erzielen. Jörg Reitterer von TriLite Technologies präsentierte 3D-Außendisplays mit der neuartigen Trixel-Technologie, die als Weltneuheit in großen Dimensionen ohne Brille betrachtet werden können.

Medienkünstlerin und Kunstforscherin Kathrin Stumreich wünschte sich, als Künstlerin Beta-Versionen von Software zu erhalten, um damit vor dem Release experimentieren und das Potential kennenlernen zu können, und VR-Spieleentwicklerin Johanna Pirker vom Institute for Interactive Systems and Data Science der TU Graz betonte, dass interaktive Erfahrungen stärkere Emotionen auslösen als reines Sehen und dadurch Spiele noch spannender machen.

Workshops zu 3D-Klangtechnik und WIFI-Häckslern

Workshops bei der Tagung zeigten, wie sich Lasermikrofone und sogenannte WIFI-Häcksler gegen Überwachung einsetzen lassen, widmeten sich neuen Techniken von Autofokussystemen und untersuchten, wie sich choreografisches Wissen auf die Arbeit mit der Kamera übertragen lässt.

Im Rahmen seines Workshops "Kraftwerk 3D - The Sound from Another Dimension" stellte Tom Ammermann, Musikproduzent und Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens New Audio Technology GmbH seine Arbeit mit der Elektropopgruppe Kraftwerk vor. In 50 Produktionstagen produzierte er zusammen mit Kraftwerkmitglied Fritz Hilpert das Gesamtwerk der Gruppe von

Grund auf neu für 3D-Audio. Präsentiert wurde das Ergebnis auf der Konferenz in dem vor kurzem eingerichteten neuen DolbyAtmos-Studio der FH St. Pölten, das für Forschung und Lehre zu 3D-Klang genutzt wird.

"Egal, ob aus Visionen Innovationen geschaffen werden oder innovative Technik genutzt wird, um eine Vision zu transportieren - die Vorträge der diesjährigen c-tv-Konferenz haben uns Gewissheit verschafft, dass der Einsatz visionärer Medientechnologien auch weiterhin laufend für spannende Veränderungen in der virtuellen und realen Welt sorgen wird", sagt Suess.

Eine einstündige Zusammenfassung der Konferenz wird auf ORF III gesendet.

c-tv-Konferenz 2017 "Exploring Visionary Media Technologies"

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Über die Fachhochschule St. Pölten

Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den sechs Themengebieten Medien & Wirtschaft, Medien & Digitale Technologien, Informatik & Security, Bahntechnologie & Mobilität, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 17 Studiengängen werden rund 2.880 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt zu den oben genannten Themen sowie institutsübergreifend und interdisziplinär. Die Studiengänge stehen in stetigem Austausch mit den Instituten, die laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickeln und umsetzen.

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