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Prunkbau-Saal der einstigen Römerstadt Aguntum größer als erwartet

09.08.2018

Der sogenannte Prunkbau der einstigen Römerstadt Aguntum, die auf dem Gemeindegebiet von Dölsach in Osttirol liegt, ist flächenmäßig deutlich größer als bisher gedacht. Ein 30 Personen umfassendes Grabungsteam unter der Leitung von Michael Tschurtschenthaler von der Universität Innsbruck hat im Zeitraum von Anfang Juli bis Anfang August bei diesem Bauwerk den großen Saal weiter freigelegt.

Mit rund 400 statt wie bisher erwartet 200 bis 250 Quadratmetern bezifferte Leo Gomig, Obmann des Vereins Curatorium pro Agunto, den durchaus großzügig geschnittenen Raum, der Marmorböden besitzt und damals schon über Fußbodenheizung verfügte. Denkbar sei, dass der auch Basilika genannte Prunkbau ob der luxuriösen Ausstattung das damalige Gerichtsgebäude der Stadt gewesen sei, merkte Gomig an.

Auch das Forum, ehemals Mittelpunkt der einzigen Römerstadt auf Gebiet des heutigen Tirol, hat die Grabenden abermals beschäftigt. Seit fast zehn Jahren wird dieses Schritt für Schritt freigelegt, derzeit seien "60 bis 70 Prozent des Forums ausgegraben", so Gomig. Arbeit für zumindest die nächsten drei bis vier Jahre sah er somit als gesichert an.

Weitere Funde "im bisherigen Rahmen"

Neben der Hauptentdeckung in Bezug auf die unerwartete Größe des Prunkbau-Saals gab es laut dem Vereins-Obmann auch Einzelfunde wie etwa Schlüssel oder Nägel. Auch Ringe und Vasen waren unter den Fundstücken, die Gomig aber insgesamt als Funde im "üblichen und bisherigen Rahmen" bezeichnete.

In Aguntum wurde und wird aber nicht nur gegraben, sondern auch saniert und modifiziert. Beschriftungssysteme sollen künftig stetig ergänzt, die Homepage angepasst und die Mauersanierungen vorangetrieben werden. Weiters soll ein GPS-basiertes System dafür sorgen, dass man führerlos durch 14 Stationen stapfen und das Gelände auf eigene Faust erkunden kann.

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