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Ab 2018 Seminare und Workshops © APA (Fohringer)
Ab 2018 Seminare und Workshops © APA (Fohringer)

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Training gegen Gewalt im Netz für Frauenberatungsstellen

12.09.2017

Nicht nur die Zahl der Hasspostings steigt, Gewalt im Netz nehme zudem oft frauenverachtende Züge an, sagte Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ). In Kooperation mit der Universität Wien und der Kriminalitätsopferhilfe Weißer Ring entsteht nun ein neues Projekt, das Frauenberatungsstellen unterstützen will, gegen diese Form der Gewalt vorzugehen.

"Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Eines davon ist die Gewalt im Internet", sagte Pamela Rendi-Wagner im Rahmen der Pressekonferenz. Denn "Phänomene wie Stalking, Nötigung und sexualisierte Gewalt gibt es auch im Netz." Dies reiche von der Abwertung des Geschlechts bis hin zu Vergewaltigungsfantasien.

Studie der Uni Wien als Ausgangspunkt

Startschuss für das Projekt soll eine von der Universität Wien durchgeführte Studie sein, die den Bedarf an spezifischer Frauenberatung in Österreich erheben soll. So soll herausgefunden werden, wie häufig Gewalt gegen Frauen im Internet vorkommt, welche Auswirkungen und Reaktionen es gibt und welche Unterstützung Betroffene benötigen. Aus dieser Studie werde laut Rendi-Wagner dann ein Methodenkoffer mit Leitfäden und Hintergrundwissen für alle Frauenberatungsstellen in Österreich entwickelt. Ab Anfang 2018 sollen Seminare und Workshops für die Beraterinnen folgen.

Die Onlineberatung von "Frauen beraten Frauen" sei das erste Instrument der Initiative, erklärte Bettina Zehetner, Mitarbeiterin von der Initiative. Weil sich viele Opfer für die ihnen zugefügte Gewalt schämen, sei außerdem die Niederschwelligkeit der Onlineberatung so wichtig, hielt Rendi-Wagner fest.

Die Ergebnisse der Studie und der Methodenkoffer werde allen zur Verfügung stehen, hieß es bei der Pressekonferenz weiter. Jetzt gehe es aber in erster Linie darum, die Frauenberatungsstellen zu schulen. "Frauen sind überproportional oft von psychischer und verbaler Gewalt im Netz betroffen", betonte Staatssekretärin Muna Duzdar.

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