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Wahlprogramme laut Experten für Laien oft unverständlich

11.10.2017

Den Wahlprogrammen der Parteien für die Nationalratswahl mangelt es offenbar an Verständlichkeit für Otto Normalverbraucher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Kommunikationswissenschaftern der Universität Hohenheim in Stuttgart. Mithilfe einer Analyse-Software fahndeten die Wissenschafter unter anderem nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen, Fremdwörtern und zusammengesetzten Wörtern.

Im Durchschnitt liegt die Verständlichkeit der Programme zur Nationalratswahl bei 10,2 Punkten, hieß es. Damit haben die österreichischen Parteien zumindest im Vergleich zu ihren deutschen Pendants die Nase vorn. Bei der Bundestagswahl erreichten die Programme der Parteien lediglich 9,1 Punkte im Schnitt. Beide Werte sind "enttäuschend", meinte Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim: "Denn alle Parteien haben sich in den letzten Jahren Transparenz und Bürgernähe auf ihre Fahne geschrieben".

Insgesamt hat das Programm der NEOS mit einem Wert von 11,9 am besten abgeschnitten. Auf dem zweiten Platz folgt die SPÖ mit 11,5 Punkten. Die ÖVP erreicht 10,1 Punkte, die FPÖ 9,8 Punkte. Die Grünen belegen mit 7,7 Punkten den letzten Platz. Beanstandet wurden unter anderem Bandwurmsätze mit bis zu 51 Wörtern bei Grünen und ÖVP, Wortungetüme wie "Untersuchungsausschussverfahren" (Grüne) oder Fachbegriffe wie "Valorisierung" (FPÖ), "Disconnect Weeks" (ÖVP) und "One-Stop-Shop" (Grüne, SPÖ und ÖVP).

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