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Was kommt nach dem Tod? Einladung zu den 7. Maimonides Lectures

20.06.2018

Die diesjährigen Maimonides Lectures der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nehmen den Glauben an Auferstehung und ewiges Leben seit der Antike in den Blick.

Wo sind die Toten? Sind sie im Grab, im Paradies oder werden sie gar wiedergeboren? Dass die Toten nicht tot sind, sondern weiterleben oder auferstehen werden, ist die Grundüberzeugung nahezu aller Religionen. Auf welche Weise sie aber weiterleben und welche Bedeutung dem Leib dabei zukommt, davon haben Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus unterschiedliche Konzepte.

Vom 27. bis 28. Juni 2018 widmen sich die Maimonides Lectures unter dem Titel "Verkörperungen des Geistes: Die Auferstehung des Leibes" den Fragen, die der Auferstehungsglaube über das Verhältnis von Leib und Seele aufwirft, aus philosophischer, religiöser - und auch poetologischer Perspektive.

"Gegen das Fleisch"

Den Eröffnungsvortrag hält die deutsche Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz. Sie spricht über die Bedeutung des Leibes. Denn angefangen bei der griechischen Orphik, über asketisch-gnostische Traditionen der Antike bis hin zur buddhistischen Lehre, scheint sich ein Muster "gegen das Fleisch" abzuzeichnen, das heißt ein Weiterleben nach dem Tod scheint in dieser Sichtweise nur als Seele, ohne Körper, möglich. Gerl-Falkovitz wird diskutieren, ob das gedanklich überzeugen kann und was gegen eine Leiblichkeit spricht.

Vorstellungen über Tod, Auferstehung und ewiges Leben im jüdischen Glauben erörtert der Judaist Günter Stemberger. Ein besonderes Augenmerk legt der emeritierte Professor der Universität Wien dabei auf die Herkunft und Entwicklung des jüdischen Auferstehungsglaubens.

Die Kultur der Auferstehung in der Orthodoxen Kirche steht im Mittelpunkt des Vortrags von Ioan Moga. Der Wiener Theologe fragt dabei nach dem heutigen Verständnis der Auferstehung der Toten in der orthodoxen Theologie und Praxis. Die US-Altphilologin Danuta Shanzer wiederum bietet schließlich Einblicke in die literarischen Motive von Liebe, Tod und Auferstehung im Weltbild der Spätantike.

Bereits zum siebenten Mal laden die Maimonides Lectures zum Dialog zwischen jüdischen, islamischen und christlichen Traditionen ein - im Geiste ihres Namenspatrons, des Philosophen, Arztes und Gelehrten Mosche ben Maimon (Córdoba, 1135 - Kairo, 1204). Organisiert werden die Maimonides Lectures von den ÖAW-Mitgliedern Patrizia Giampieri-Deutsch und Hans-Dieter Klein.

TERMINE

Keynote Lecture

Barbara Gerl-Falkovitz: "Unsterblichkeit der Seele - oder geht es um mehr? Reflexionen über die Bedeutung des Leibes"

Zeit: Mittwoch, 27. Juni 2018 um 18:00 Uhr

Ort: Sitzungssaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Symposium

"Verkörperung des Geistes: Die Auferstehung des Leibes"

Zeit: Donnerstag, 28. Juni 2018 ab 9:30 Uhr

Ort: Sitzungssaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Vortrag und Symposium sind öffentlich zugänglich und kostenfrei. Anmeldung erbeten bei: mailto:marianne.baumgart@oeaw.ac.at

Quelle: ÖAW

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