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Was macht Sprache mit unserer Wahrnehmung?

10.08.2017

Sprachen sind für die zwischenmenschliche Kommunikation unerlässlich. Doch wie beeinflusst Sprache unser Denken, unsere Aufmerksamkeit und unsere Erinnerung? Das untersuchen PsychologInnen und LinguistInnen der Universität Wien in einem aktuellen Projekt.

Wir artikulieren unsere Gedanken häufig mit Sprache. Daher liegt der Verdacht nahe, dass Sprache das Denken beeinflusst. Dieser Überlegung gehen WissenschafterInnen der Universität Wien nach. Der Kognitionspsychologe Ulrich Ansorge erforscht etwa die visuelle Aufmerksamkeit des Menschen, während die Psycholinguistin Soonja Choi sich in ihrer Forschung mit der Sprachentwicklung des Menschen befasst.

In ihrem gemeinsamen WWTF-Projekt "How language shapes perception and cognition: A contrastive study of space and evidentiality in German and Korean" richtet das internationale Team um die zwei ForscherInnen das Augenmerk auf die Schnittmenge ihrer beiden Schwerpunkte. "Unser Untersuchungsgegenstand sind mögliche unterschiedliche Denkmuster von Deutsch und Koreanisch sprechenden Personen, die auf ihre verschiedenen Sprachen zurückzuführen sind", berichtet Projektleiter und Psychologe Ulrich Ansorge.

Um den Wahrnehmungsprozessen auf den Grund zu gehen, führt das Forschungsteam Untersuchungen mit Personen durch, die jeweils nur einer der beiden Landessprachen mächtig sind. Mit nonverbalen, visuellen Reizen wird in Wien und Seoul getestet, wie die ProbandInnen räumliche Nähe wahrnehmen. Zudem werden ihr Erinnerungsvermögen und die Art und Weise, wie sie Information aus dem Gedächtnis abrufen, untersucht.

Das Forschungsteam hat sich zum Ziel gesetzt, der Beantwortung der Frage anzunähern, ob sprachlichen Angewohnheiten auch Einfluss auf Teile der Kognition haben, die bislang als fest verdrahtet galten. "Auf diese Weise möchten wir ermitteln, ob sich auch Leistungen, wie die Wahrnehmung und das Erleben von Ereignissen, in Abhängigkeit der grammatischen Merkmale der vom Wahrnehmenden gesprochenen Sprache unterscheiden", so Ansorge.

Lesen Sie mehr in uni:view, dem Online-Magazin der Universität Wien

Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Ansorge
Institut für Psychologische Grundlagenforschung und Forschungsmethoden
Universität Wien
1010 Wien, Liebiggasse 5
T +43-1-4277-471 40
ulrich.ansorge@univie.ac.at
Aussender:
Stephan Brodicky
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 41
stephan.brodicky@univie.ac.at
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