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Tockner sieht ÖAWI-Gründung als "mutigen Schritt" © APA (Fohringer)
Tockner sieht ÖAWI-Gründung als "mutigen Schritt" © APA (Fohringer)

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Wissenschaftliche Integrität: "Selbstregulierungseffekt wirkt"

10.09.2018

Es gebe nur "ganz wenige Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens, es gibt auch keine Zunahme", erklärte der Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, Klement Tockner, der seit dem Vorjahr Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) ist. "Man sieht, dass der Selbstregulierungseffekt der Wissenschaft wirkt", meinte er im Gespräch mit der APA.

Es werde immer Fälle von wissenschaftlichen Fehlverhalten geben, das lasse sich nicht verhindern. Dies sei aber ein winziger Anteil und müsse natürlich geahndet werden. "Wir dürfen uns durch diese Einzelfälle aber nicht die Bedeutung der Wissenschaft untergraben lassen", sagte Tockner. Die Frage sei, wie man mit diesem Fällen umgehe, "aber wir haben klare Brandmauern eingebaut, dass das nicht den wissenschaftlichen Betrieb infiltriert", ist der ÖAWI-Chef überzeugt.

Oft wird der steigende Druck auf Wissenschafter als Grund für wissenschaftliches Fehlverhalten genannt. "Mit so einer pauschalen Aussage, würde ich vorsichtig sein. Die Kontroll- und Selbstregulierungsmechanismen entwickeln sich genauso in diesem Maße weiter", so Tockner. Die Gründung der ÖAWI vor zehn Jahren, ein Jubiläum, das heute, Montag, mit einem Symposium in Wien begangen wird, war für den FWF-Präsidenten "ein ganz mutiger Schritt" und werde in vielen europäischen Ländern als Vorbild genommen.

Stark sei die ÖAWI bei der Prävention und Information. So würden etwa die verantwortlichen Leute an den Instituten ausgebildet, um schon von Beginn an Studenten für das Thema zu sensibilisieren. "Diese Prävention ist sicher das wichtigste neben der Frage, wie man mit den Fällen umgeht", sagte Tockner.

Service: Die Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) begeht ihr zehnjähriges Bestehen am Montag, 10. September, mit einem Symposium in Wien: http://go.apa.at/bMrvdFiM.

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