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3D-Zellkultur der menschlichen Plazenta gezüchtet

03.08.2018

3D-Zellkulturen im mikroskopischen Kleinstformat, die Organen in ihrem Aufbau und manchen Funktionen ähneln, gibt es zum Beispiel bereits für Gehirn, Prostata, Darm und Nieren. Wiener Experten haben jetzt ein solches System auch für die menschliche Plazenta etabliert, teilte die MedUni Wien in einer Aussendung mit.

Die Plazenta ist das verbindende Organ zwischen Mutter und Embryo. Ihre Hauptfunktionen sind der Austausch von Nährstoffen, Gasen und Stoffwechselprodukten sowie die Produktion von Hormonen und anderen Substanzen, die für die Embryonalentwicklung von essenzieller Bedeutung sind. Fehlfunktionen der Plazenta gelten als Hauptursache für Komplikationen in der Schwangerschaft. Die Plazenta kann im Rahmen von Schwangerschaften kaum untersucht werden. Deshalb wären möglichst perfekte Modelle für die wissenschaftliche Forschung sehr wichtig.

Das neue 3D-"in vitro"-Modell der frühen humanen Plazenta, ein "Organoid", wurde in einer Kooperationsarbeit der Forschungsgruppen von Martin Knöfler an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der (MedUni Wien/AKH) und von Paulina Latos vom Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der Universität gezüchtet. Es besteht aus den in der Plazenta vorherrschenden Zellen, den sogenannten Trophoblasten. Solche Entwicklungen sind immer von der Feinabstimmung der Kulturbedingungen für die verwendeten Zellen abhängig. Erprobt haben die Wissenschafter die Möglichkeiten des neuen Systems in einer Studie über die Bedeutung des sogenannten WNT-Signalwegs für die Entwicklung der Plazenta. Die wissenschaftliche Untersuchung ist in "Stem Cell Reports 2018" erschienen.

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