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ÄrztInnen sollten häufiger Empfehlungen zu gesundheitsfördernden Lebensstiländerungen geben

20.12.2018

ÄrztInnen geben ihren PatientInnen zu selten Ratschläge zu gesundheitsfördernden Lebensstiländerungen. Eine statistische Auswertung von US-Gesundheitsdaten durch ForscherInnen der MedUni Wien und internationalen Kooperationspartnern hat gezeigt, dass Betroffene mit Übergewicht, Diabetes und anderen Risiko-Konditionen von ihren behandelnden ÄrztInnen viel zu selten zu gesünderer Ernährung und Bewegung angehalten werden. Hier wäre im Sinn der Prävention mehr Nachdruck wünschenswert.

Im National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) wurde bei US-PatientInnen abgefragt, ob sie von ihrem Health Provider über notwendige Lebensstiländerungen („lifestyle modifications“) informiert wurden. Wie frühere Studien zeigen, spielt der ärztliche Ratschlag eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, PatientInnen zu einer gesünderen Lebensweise zu animieren.

Bei der statistischen Auswertung durch die Forschungsgruppe rund um Igor Grabovac von der Abteilung für Sozial- und Präventivmedizin (Zentrum für Public Health) der MedUni Wien zeigte sich, dass es im Rahmen eines Arztbesuches kaum präventive Erläuterungen für normalgewichtige/gesunde PatientInnen (9.8% bekamen Erläuterungen bezüglich körperlicher Aktivität und 1% bezüglich Ernährung und körperlicher Aktivität) gibt. Und selbst bei Hochrisikogruppen wie Menschen mit Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck kommt es viel zu selten zu ärztlichen Ratschlägen hin zu einer gesünderen Lebensweise. So berichten selbst nur 56 Prozent der PatientInnen mit der Kombination aus Adipositas (Fettleibigkeit) und Diabetes über ärztliche Aufforderungen, ihr Leben zu ändern.

Menschen, die zwar gesund, aber übergewichtig bzw. bereits adipös sind, müssten rasch der Entwicklung von Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder kardiovaskulären Krankheiten entgegenwirken. Das geht nur durch eine Änderung des Lebensstils. Doch aus dieser Gruppe berichten sogar nur 20 Prozent von diesbezüglichen Ratschlägen durch ihre behandelnden ÄrztInnen.

Ähnliche Situation in Österreich?

„In Österreich gibt es keine vergleichbaren statistischen Erhebungen wie durch die NHANES, weshalb hier Schlussfolgerungen über eine ähnliche Situation schwierig sind“, erklärt Studienleiter Igor Grabovac, „die Gesundheitsversorgung in den USA lässt hier jedenfalls eine wichtige Möglichkeit zur Prävention weitgehend ungenützt.“

Aus dem vorliegenden Datensatz sind noch weitere statistische Auswertungen geplant, aber auch Daten aus Österreich selbst sollen erhoben werden. „Wir arbeiten daran, auch bald eigene Erhebungen über die Situation in Österreichs Gesundheitsambulanzen zu machen“, so Grabovac.

Zur NHANES

Die National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) ist ein Studienprogramm der CDC (Centers for Disease Control and Prevention) zur Beurteilung des Gesundheits- und Ernährungszustands von Erwachsenen und Kindern in den Vereinigten Staaten. Die großangelegte Umfrage ist insofern einzigartig, als sie Interviews und körperliche Untersuchungen kombiniert.

Service: The American Journal of Medicine

Healthcare Providers’ Advice on Lifestyle Modification in the US Population: Results from the National Health and Nutrition Examination Survey 2011-2016

Igor Grabovac, Lee Smith, Sinisa Stefanac, Sandra Haider, Chao Cao, Thomas Waldhoer, Sarah E. Jackson, Lin Yang; The American Journal of Medicine, [https://doi.org/10.1016/j.amjmed.2018.11.021] (https://doi.org/10.1016/j.amjmed.2018.11.021)

Rückfragehinweis:
Medizinische Universität Wien
Mag. Johannes Angerer
Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
+431 40160 - 11 501
Mobil: +43 664 800 16 11 501
johannes.angerer@meduniwien.ac.at
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