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Alwin Köhler erhält hochdotierten ERC Consolidator Grant

29.11.2017

Alwin Köhler, Forschungsgruppenleiter an den Max F. Perutz Laboratories (MFPL), erhält vom Europäischen Forschungsrat (ERC) den prestigeträchtigen "ERC Consolidator Grant", eine Förderung für herausragende WissenschafterInnen, die bereits erfolgreich eine eigene Gruppe etabliert haben. Dies ist sein zweiter ERC Grant nach Erhalt eines ERC Starting Grants im Jahr 2011 und wird langfristig Mittel für seine mechanistischen Studien über den Nuklearporenkomplex bereitstellen.

Alwin Köhler ist seit 2010 Gruppenleiter an den Max F.Perutz Laboratories (MFPL), einem gemeinsamen Forschungs- und Ausbildungszentrum der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien am Vienna Biocenter. Sein Hauptforschungsinteresse liegt in der Untersuchung von Kernporenkomplexen (Nuclear Pore Complexes, NPCs), den molekularen Gates, die den gesamten Transport zwischen dem Zellkern und dem Zytoplasma regulieren. Neben dieser Transportfunktion haben die NPCs zusätzliche Aufgaben wie die Regulierung der Genexpression und die Modellierung der Kernmembran, die das Genom schützt. Als Ergebnis dieser essentiellen Funktionen sind die NPCs an einer Vielzahl menschlicher Krankheiten beteiligt und werden in der Grundlagen- und angewandten Forschung intensiv untersucht.

Der ERC Consolidator Grant in Höhe von 2 Millionen Euro wird seiner Gruppe ermöglichen, ein neues, anspruchsvolles Forschungsprojekt über den "Korb" der Kernpore, eine große Struktur, die an den NPC-Kern angehängt ist, durchzuführen. Der Korb (engl. NPC basket) spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des molekularen Transports, der Entschlüsselung von DNA und DNA-Reparatur, der Instandhaltung der Kernmembran und anderen lebenswichtigen Prozessen, ist aber im Vergleich zu den übrigen Teilen der Kernpore noch immer sehr unvollständig untersucht.

"Unser Ziel ist es, den NPC-Korb aus seinen Einzelkomponenten biochemisch zu rekonstruieren. Dieser ambitionierte Ansatz lässt sich auch so beschreiben: Wissenschaftliches Lernen durch Bauen. Wir erwarten, dass wir die grundlegenden Konstruktionsprinzipien der Kernporen kennenlernen und herausfinden, wie ihre Struktur und Funktion zusammenhängen", sagt Alwin Köhler.

Der ERC Consolidator Grant für Alwin Köhler ist der neunte ERC Grant am MFPL und beweist einmal mehr die hohe Qualität der Forschung am Institut.

"Es handelt sich um ein stark interdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich perfekt in das Joint-Venture-Konzept unserer beiden Universitäten und in das spannende Forschungsumfeld des Vienna BioCenter einfügt".

Von den im Jahr 2017 eingereichten Anträgen auf Consolidator Grants waren nur 13 Prozent der Anträge erfolgreich.

Zur Person

Alwin Köhler wurde in Kronstadt (Rumänien) geboren. Er studierte Medizin an der Universität Würzburg und promovierte am Institut für Zellbiologie der Harvard Medical School. Nach einem Postdoc am Biochemiezentrum Heidelberg wechselte er 2010 nach Wien, wo er als Gruppenleiter an den Max F. Perutz Laboratories tätig war. Unter anderem erhielt er ein START-Stipendium des FWF, ein ERC Starting Grant und ein NOMIS Pioneering Research Grant.

Max F. Perutz Laboratories (MFPL)

Die Max F. Perutz Laboratories (MFPL) sind ein gemeinsames Forschungs- und Ausbildungszentrum der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien am Vienna Biocenter, einem der größten Life Sciences Cluster in Österreich. An den MFPL sind rund 500 MitarbeiterInnen aus 40 Nationen in durchschnittlich 60 Forschungsgruppen mit Grundlagenforschung und Lehre im Bereich der Molekularbiologie beschäftigt. Info: www.mfpl.ac.at

Rückfragen bitte an: 
Mag. Johannes Angerer
Medizinische Universität Wien
Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/ 40 160 11 501
E-Mail: mailto:pr@meduniwien.ac.at
Spitalgasse 23, 1090 Wien
www.meduniwien.ac.at/pr 

Caterina Purini, MSc
Max F. Perutz Laboratories
Communications Manager
Tel.: 01/ 4277 240 14
E-Mail: mailto:caterina.purini@mfpl.ac.at
Dr. Bohr-Gasse 9/6. 1090 Wien
www.mfpl.ac.at

Max F. Perutz Laboratories (MFPL) Die Max F. Perutz Laboratories (MFPL) sind ein gemeinsames Forschungs- und Ausbildungszentrum der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien am Vienna Biocenter, einem der größten Life Sciences Cluster in Österreich. An den MFPL sind rund 500 MitarbeiterInnen aus 40 Nationen in durchschnittlich 60 Forschungsgruppen mit Grundlagenforschung und Lehre im Bereich der Molekularbiologie beschäftigt.

Medizinische Universität Wien - Kurzprofil

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Europas. Mit rund 8.000 Studierenden ist sie heute die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit 5.500 MitarbeiterInnen,

27 Universitätskliniken und drei klinischen Instituten, 12 medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich.

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