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Auf der Suche nach Krebstherapeutika

16.05.2017

Der Chemiker und Arzt Bernhard Keppler hat sich der Suche nach Krebstherapeutika verschrieben. Im Rahmen der aktuellen Semesterfrage der Universität Wien spricht er mit uni:view über die NanoSIMS-Technik sowie Möglichkeiten und Grenzen der Krebstherapie.

Die Schwierigkeit der Krebstherapie liegt darin ihn zu bekämpfen, ohne auch den restlichen Körper zu beschädigen. Bei körperfremden Viren oder Bakterien ist das ein wesentlich einfacheres Unterfangen. In der Immuntherapie etwa wird versucht, die körpereigenen Abwehrmechanismen zu nutzen, um Krebserkrankungen zu behandeln. ChemikerInnen um Bernhard Keppler von der Fakultät für Chemie der Universität Wien haben sich zur Aufgabe gemacht, mehr über diese Abwehrmechanismen zu erfahren und damit den Tumor zu "entwaffnen".

Immuntherapien funktionieren häufig nur kombiniert mit Chemotherapien. Dabei wird über eine chemisch definierte Substanz in die Stoffwechselvorgänge des Körpers eingegriffen. "Wir versuchen, den Transport der Substanz zum Tumor möglichst selektiv zu gestalten, um Schäden an gesunden Zellen zu vermeiden", erklärt Keppler. Dafür nutzen die ChemikerInnen charakteristische Unterschiede zwischen Tumorzellen und gesunden Zellen: Der Tumor wächst relativ schnell, die Versorgung mit Blutgefäßen ist eher unregelmäßig und die Blutzufuhr nicht effizient, dadurch herrscht in der Tumorzelle eine Sauerstoffunterversorgung und eingeschleuste Substanzen können so gezielt wirken.

Einer der modernsten Techniken um zu untersuchen was in der Zelle passiert ist das NanoSIMS. Dieses ermöglicht eine so gute Auflösung, dass man in subzelluläre Strukturen wie Zellkern, Mitochondrien oder Golgi Apparat hineinschauen kann. Mittels einer Sonde werden kleine Bereiche mit Ionen beschossen, wodurch wiederum Ionen freigesetzt werden, die schließlich analysiert werden können. So kann nachgewiesen werden, welche Elemente in der Struktur vorhanden sind. In Europa gibt es nur eine Handvoll Geräte, die mit dieser Technologie arbeiten. Das NanoSIMS 2010 wurde gemeinsam mit dem Mikrobiologen Michael Wagner vom Forschungsverbund Chemistry Meets Microbiology angeschafft, der es zum Aufspüren von Tumortherapeutika in der Zelle nutzt.

Lesen Sie mehr in uni:view, dem Online-Magazin der Universität Wien

Zum Video mit Bernhard Keppler

Im Rahmen der Semesterfrage "Gesundheit aus dem Labor - Was ist möglich?" findet am Dienstag, 13. Juni, 18 Uhr, eine Podiumsdiskussion im Großen Festsaal der Universität Wien statt.

Rückfragehinweis:
o. Univ.-Prof. Dr. Dr. Bernhard Keppler
Dekan - Fakultät für Chemie
Institut für Anorganische Chemie
1090 Wien, Währinger Straße 42
T +43-1-4277-526 02
bernhard.keppler@univie.ac.at
Aussender:
Stephan Brodicky
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 41
stephan.brodicky@univie.ac.at
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