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BOKU: Neues CD-Labor zur Produktion neuartiger Biopharmazeutika eröffnet

10.05.2017

Biopharmazeutika sind Arzneimittel, zumeist biotechnologisch hergestellte Proteine, die in lebenden Zellen hergestellt werden. In Zusammenarbeit mit der Firma Boehringer Ingelheim RCV verfolgt das neue CD-Labor das Ziel, wissenschaftliche Grundlagen und Lösungen zur effizienten Produktion neuartiger Proteine mit erhöhter Wirksamkeit in Escherichia coli Bakterien zu erarbeiten.

"Wir arbeiten seit vielen Jahren mit der Firma Boehringer Ingelheim RCV, einem der bedeutendsten forschenden Pharmaunternehmen im österreichischen Life-Science Bereich zusammen. Im Rahmen dieses CD-Labors haben wir nun die Möglichkeit diese Kooperation maßgeblich auszubauen. Das CD Labor ermöglicht uns ein breites Spektrum an offenen Fragestellungen der Bioprozesstechnik auf der Ebene der Grundlagenforschung zu bearbeiten und damit innovative Lösungsansätze zu entwickeln. Mein Team und ich freuen uns sehr, diese Herausforderung gemeinsam mit den Forscherinnen und Forschern bei Boehringer Ingelheim in Angriff zu nehmen" so Assoc. Prof. DI Dr. Gerald Striedner, der Leiter des neuen CD-Labors an der BOKU.

"Wir nützen das Instrument der Christian Doppler Labors aktiv zum Auf- und Ausbau strategisch wichtiger Themen", so der Rektor der BOKU, Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Martin Gerzabek "und natürlich zur intensiven Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen."

Von Bakterien zu Proteinen

Die Herstellung dieser bioaktiven Proteine erfolgt in drei Schritten.

Im ersten Schritt (Zellenengineering) werden E. coli Bakterien gentechnisch derart verändert, dass sie Proteine mit den gewünschten Eigenschaften herstellen. Der zweite Schritt (Fermentation) stellt die großtechnische Herstellung der Proteine in Bioreaktoren dar.

Schlussendlich wird das gewünschte Protein isoliert und gereinigt (Produktaufreinigung). Zwischen all diesen Verfahrensschritten gibt es gegenseitige Abhängigkeiten, die im Rahmen dieses CD-Labors auf grundlagenwissenschaftlicher Basis untersucht werden sollen.

Verfahrenstechnische Aspekte stehen im Zentrum der Arbeiten und besonderes Augenmerk wird auf die interdisziplinären Schnittstellen zwischen Zellengineering, Fermentation und Produktaufreinigung gelegt.

In einem integrativen Ansatz soll aufgeklärt werden, inwieweit neue Produktionsstämme und Variationen einzelner Prozessschritten die Effizienz der darauffolgenden Prozesse, die Produktausbeute und insbesondere die Produktqualität beeinflussen. Des Weiteren wird im Bereich der Proteinaufarbeitung ein neuartiges, auf Mikropartikel basiertes System, entwickelt werden. Als repräsentative Modelproteine für diese Forschungsarbeiten sollen Antikörperfragmente dienen.

Diese gelten als zukunftsträchtige, kostengünstige und sehr effiziente Alternative zur heutigen Immuntherapie.

Stichwort Christian Doppler Labors

In Christian Doppler Labors wird anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf hohem Niveau betrieben; hervorragende WissenschafterInnen kooperieren dazu mit innovativen Unternehmen. Für die Förderung dieser Zusammenarbeit gilt die Christian Doppler Forschungsgesellschaft international als Best-Practice-Beispiel für Public Private Partnership. Christian Doppler Labors werden von der öffentlichen Hand und den beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert, Träger des Programms und wichtigster öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW).

Rückfragehinweis: 
Assoc. Prof. Dr. Gerald Striedner
Department of Biotechnology
BOKU-University of Natural resources and Life Sciences
Muthgasse 18
1190 Vienna-Austria
Tel.: 01 47654 79077
STICHWÖRTER
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